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IWH-Präsident Gropp „Einige Ost-Regionen werden sterben“

Exklusiv
Ein verfallendes Haus im Landkreis Vorpommern. Quelle: imago images

Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle plädiert für eine neue Förderpolitik für Ostdeutschland. Man müsse sich „vom Dogma gleichwertiger Lebensverhältnisse verabschieden“.

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Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint Gropp, hat eine neue Förderpolitik für Ostdeutschland gefordert. „Wir müssen uns vom Dogma gleichwertiger Lebensverhältnisse verabschieden. Dieses Ziel ist eine gefährliche Illusion und führt dazu, dass wir viel Geld ineffizient ausgeben“, sagte der Ökonom im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Die Politik solle Fördermittel und Infrastrukturinvestitionen künftig auf die Großstädte und auf die Anbindung des Umlands an die urbanen Zentren konzentrieren. Gropp: „Das ist ökonomisch sinnvoller, als auf Teufel komm raus zu versuchen, Industrie aufs Land zu locken.“

Gropp sprach sich vor diesem Hintergrund gegen eine flächendeckende 5G-Anbindung in Ostdeutschland aus. Die sei „auf dem Land ungeheuer teuer. Und das Geld fehlt dann an anderer Stelle.“ Gropp weiter: „Wir müssen knapper werdende Mittel dort einsetzen, wo sie am meisten Nutzen stiften. Es kann nicht sein, dass die Politik die Region Berlin im Stauchaos versinken lässt, während man irgendwo in der Lausitz eine Autobahnausfahrt für ein paar Hundert Fahrzeuge am Tag baut.“

Angesichts der ungünstigen demografischen Entwicklung in den neuen Ländern befürchtet der Ökonom die Verödung ganzer Landstriche. „Die Politik kann nicht verhindern, dass es in Ostdeutschland immer mehr Dörfer gibt, in denen fast nur Rentner leben. Einige ländliche Regionen werden wegen der Demografie und ausbleibender Migration sterben“, so Gropp in der WirtschaftsWoche.

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