Januarzahlen Deutsche Exporte sinken unerwartet deutlich

Die deutschen Exporteure haben wegen der sinkenden Nachfrage aus den Euro-Ländern einen schwachen Jahresauftakt erwischt. Es ist der kräftigste Rückgang seit August 2014.

Deutschlands wichtigste Handelspartner
Russische Föderation Quelle: dpa-tmn
Belgien Quelle: REUTERS
Die Schweizer Landesfahne weht am Großen Aletschgletscher Quelle: ZB
Die Österreichische Flagge Quelle: dpa
assanten und Fahrzeuge passieren in Rom das Kolosseum Quelle: dapd
Lichtereines vorbei fahrenden Busses strahlen vor dem Big Ben in London Quelle: Reuters
Eine US-Flagge weht vor der Freiheitsstatue Quelle: REUTERS
Platz 3: ChinaDie Nummer drei der wichtigsten Handelspartner der Bundesrepublik geht an China. Die Volksrepublik importierte 2012 Waren im Wert von 66,6 Milliarden Euro. Andersherum importierten die Deutschen chinesische Waren im Wert von 77,3 Milliarden Euro. Insgesamt kommt das Handelsaufkommen zwischen der Bundesrepublik und China somit auf einen Wert von 143,9 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr übrigens ein Rückgang von 0,3 Prozent. 2011 waren es noch 144,4 Milliarden Euro gewesen. Quelle: REUTERS
Niederlande Quelle: dpa
Frankreich Quelle: dpa

Die deutschen Exporteure haben wegen der sinkenden Nachfrage aus den Euro-Ländern einen schwachen Jahresauftakt erwischt. Sie setzten im Januar 2,1 Prozent weniger um als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das war der kräftigste Rückgang seit August 2014. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet, nachdem es im Dezember noch ein kräftiges Wachstum von 2,8 Prozent gegeben hatte.

Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 89,9 Milliarden Euro ins Ausland - das waren 0,6 Prozent weniger als im Januar 2014. Das schwache Abschneiden ist vor allem auf das nachlassende Geschäft mit der Euro-Zone zurückzuführen, dem wichtigsten Absatzmarkt für Waren "Made in Germany". Die Ausfuhren dorthin lagen um 2,8 Prozent niedriger als im Januar 2014. Die Exporte in die nicht zur Euro-Zone gehörenden EU-Länder, zu denen etwa Polen und Großbritannien gehören, zogen hingegen um 3,0 Prozent an. Der Umsatz mit Ländern außerhalb der Europäischen Union - dazu zählen auch die beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China - gab um 0,5 Prozent nach.

Deutschlands Stärken

Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet. "Das war kein guter Jahresstart, aber auch kein Beinbruch. Ich würde den Rückgang unter kurzfristigen Schwankungen verbuchen, die immer mal wieder möglich sind", sagte Stefan Kipar von der BayernLB. "Die Aussichten sind unverändert gut. Der schwache Euro sollte die Exporte anschieben.

Der niedrige Ölpreis stützt zudem die Konjunktur bei vielen Handelspartnern, was den deutschen Exporteuren am Ende ebenfalls zugute kommen sollte." Carsten Brzeski von der ING sprach von einer Atempause bei den Exporteuren: "Das ist aber keine Signal für eine bevorstehende Konjunkturschwäche. Die Binnenkonjunktur ist sehr stark. Es ist eine Frage der Zeit, ab wann der schwache Euro sich in den Exportdaten niederschlägt."

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Der Branchenverband BGA geht davon aus, dass die Ausfuhren in diesem Jahr um vier Prozent auf 1172 Milliarden Euro zulegen. Das wäre eine neue Bestmarke. Impulse werden vor allem vom schwachen Euro erwartet, der deutsche Waren in anderen Währungsgebieten preislich attraktiver macht.

Die Importe schrumpften im Januar um 0,3 Prozent zum Vormonat. Hier hatten Ökonomen ein Plus von 0,5 Prozent vorausgesagt. Der Außenhandelsüberschuss - die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - lag bei bereinigt 19,7 Milliarden Euro. Er ist damit gut eine Milliarde Euro kleiner als erwartet.

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