Jobmarkt-Integration von Flüchtlingen Andrea Nahles setzt auf deutsche Unternehmen

Wenn es nach Andrea Nahles geht, sollen Flüchtlinge schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden. Schon jetzt beobachtet sie, dass vor allem die Dax-Konzerne mehr Auszubildende einstellen.

Bundearbeitsministerin Nahles will Flüchtlinge möglichst schnell in den Arbeitsmarkt integrieren. Quelle: dpa

SPD-Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles setzt bei der Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt auf praktische Erfahrungen in den Unternehmen. Zentral sei die Erprobung der Betroffenen, sagte Nahles nach einem Treffen mit den Personalvorständen und Betriebsratsvorsitzenden der gewichtigsten börsennotierten Unternehmen in Berlin. „Wir müssen herausfinden, was sie können, auch wenn nicht die typischen Zertifikate dahinterliegen, wie wir sie in Deutschland kennen.“

Die 30 Dax-Unternehmen seien ein Vorbild im Engagement für die Flüchtlinge, sagte Nahles. „Alle setzen auf die Potenziale der Leute, die zu uns kommen, wiewohl wir uns keine Illusionen machen, dass es eine schnelle Sache wird.“ Es gebe in jedem dieser Unternehmen Initiativen und Mitarbeiter, die sich engagieren. „Es handelt sich hierbei auch um zusätzliche Initiativen“, sagte Nahles. So würden viele Unternehmen mehr Auszubildende einstellen.

Opel-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann nannte ein Pilotprojekt in Hessen als Beispiel, bei dem Flüchtlinge, die anerkannt sind oder kurz davor stehen, von einzelnen Mitarbeitern als Mentoren betreut werden – etwa auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Der Personalvorstand von Thyssen Krupp, Oliver Burkhard, teilte mit, viele Unternehmen stellten auch Liegenschaften und Gebäude für die erste Unterbringung zur Verfügung.

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Der Chef des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Joachim Möller, forderte Investitionen, um die große Zahl der Asylbewerber einzugliedern. „Jeder Euro, der jetzt nicht in die Integration und Qualifikation investiert wird, wird uns langfristig wahrscheinlich ein Mehrfaches kosten“, sagte Möller „Spiegel Online“.

Spezielle Ausnahmen beim Mindestlohn für Flüchtlinge lehnte Möller ab. „Das spaltet eine Gesellschaft“, warnte er.

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