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Kamelle & Co. Was der Karneval bringt

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Müllbeseitigung und Fernsehrechte

Wulff geht K.o., Merkel im Tanga
Merkel im Tanga, Wulff angeschlagen im Boxring, Rösler als Pinscher - die Karnevalisten nehmen am Rosenmontag wieder die Berliner Politik auf die Schippe. Unter dem Motto „Michels selbstgewählte Domina“ wird Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Rosenmontagszug in Köln als „Lady Angie“ dargestellt. Quelle: dpa
In Köln und Mainz wurden am Dienstag schon mal die Wagen vorgestellt. In Mainz hängt Wulff angeschlagen im Boxring. Quelle: dpa
In Köln steht Wulff kurz davor, geschlachtet zu werden - als Kaninchen. Quelle: dpa
Kanzlerin Angela Merkel macht in Mainz mit grimmigem Blick und rutschender Hose Kopfstand. Unter ihr liegen ihre abgerissenen Blazerknöpfe mit den Aufschriften „Atomausstieg“, „Hauptschule“ und „Mindestlöhne“, oben prangt das Wort „Kehrtwende“. Quelle: dpa
In Köln geht sie mit Hund „Rösler“ Gassi, das Tierchen ist allerdings selbst für einen Zwergpinscher arg winzig ausgefallen. Der Wagen trägt die Aufschrift „Time to say Goodbye“. Quelle: dpa
Unterdessen spaltet der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad mit seiner Atombombe die Uno. Barack Obama als „Captain America“ ist bereits unterwegs. Auch vor anderen brisanten Themen wie Neonazis, Zwangsverheiratung oder Moscheebau schrecken die Narren nicht zurück. Quelle: dpa
Aber auch Triviales findet seinen Weg in den Rosenmontagszug: König Fußball und Prinz Poldi. Hier bittet FC-Köln-Maskottchen Hennes um den Verbleib Lukas Podolskis. Quelle: dpa

Mehr Sicherheit kostet

Ein hoher Kostenfaktor ist das Thema Sicherheit, denn sie hat ihren Preis. So melden die Düsseldorfer Karnevalisten Kosten in Höhe von 30 000 Euro allein für das diesjährige Sicherheitskonzept, das zwingender Bestandteil für die Genehmigung des Rosenmontagsumzuges ist. „Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Kosten damit verdoppelt", so Hans-Peter Suchand, Sprecher des Comitees Düsseldorfer Carneval (CC).

Grund für die erhöhten Kosten sei das Unglück bei der Love Parade 2010. „Die Anforderung an die Sicherheit war in den vergangenen Jahren genauso hoch, aber die Auslegung war entspannter.“ 58 Din-A-4-Seiten stark ist das Sicherheitskonzept, das der eingetragene Verein vorlegen musste, um die Genehmigung zu erhalten – personelle Begleitung des Zuges, die Anzahl der Absperrgitter, Sicherheitsschleusen und Kommunikation sind dort peinlich genau geregelt. Um eine störungsfreie Verständigung entlang der gesamten Strecke zu gewährleisten, musste das CC beispielsweise extra 35 Funkgeräte mieten.

„Die Müllbeseitigung nach dem Umzug ist der höchste Kostenfaktor“, so der Kommunikationsprofi, der ehrenamtlich als Sprecher für das CC tätig sind, genau so wie all die anderen, die sich beim CC um die fünfte Jahreszeit kümmern.  Der eingetragene Verein muss sich um alle Belange rund um den Zug kümmern. Egal ob Strom an der Strecke gebraucht wird oder Wasser, die Karnevalisten müssen sich darum kümmern, anschließend bekommen sie die Rechnungen von den zuständigen Unternehmen – meist städtischen Töchtern.

Gema verlangt Gebühren

Ein weiterer Kostenfaktor, der Teilnehmern an Karnevalsumzügen nicht sofort ins Auge springt, sind die Gema-Gebühren. Schon bei den Händlern auf den Weihnachtsmärkten im Dezember hatten diese Kosten für Verwirrung gesorgt. Für die Karnevalisten ist eine genaue Gebührenordnung festgelegt. Bei den Umzügen mussten die Jecken im Jahr 2011 pro Wagen mit Beschallung durch Original-CDs 18,72 Euro bezahlen, bei einer mitwirkenden Kapelle 24,40 Euro. Auch für Veranstaltungen mit Unterhaltungs- und Tanzmusik gibt es eigene Tarife, abhängig von der Größe des Veranstaltungsraues und der Höhe des Eintrittsgeldes. Ein Beispiel: Ein Veranstalter muss der Gema 1564,80 Euro zahlen, wenn der Raum 3000 qm² misst und der Eintrittspreis bei bis zu 20 Euro liegt.

Insgesamt summieren sich diese Beträge und Karneval zahlt sich für die Musikverwertungsgesellschaft aus. Rund vier Millionen Euro hat die Gema in der Saison 2009/2010 eingenommen, sagte eine Sprecherin gegenüber dem Tagesspiegel. Das sei die Summe der Beträge, die die rund 4500 bei der Gema registrierten Karnevalsvereine an Gebühren für das Spielen von Musik auf den Umzügen, Paraden und Faschingsbällen gezahlt hätten.

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