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Kampf um CDU-Vorsitz Prominente Manager und Unternehmer unterstützen die Wahl von Merz

Friedrich Merz: Am 4. Dezember beginnt die Abstimmung in der CDU. Quelle: dpa

Mit seiner offiziellen Nominierung ist jetzt auch Friedrich Merz in das Rennen um die Nachfolge von Armin Laschet eingetreten. Es ist bereits der dritte Anlauf zum CDU-Chef, aber bei Mitgliedern und Mittelständlern hat er beste Chancen.

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Am Ende war es eine reine Formsache: Der Vorstand des CDU-Kreisverbands Hochsauerland nominierte Friedrich Merz am Montagabend einstimmig für das Amt des neuen Bundesvorsitzenden. Nichts anderes war erwartet worden – der 66-jährige Wirtschaftsanwalt wohnt fast schon sein ganzes Leben im Städtchen Brillon im Sauerland und er kann sich auf die Unterstützung seiner örtlichen Parteifreunde verlassen.

Ob das auch für die 400.000 CDU-Mitglieder außerhalb des Sauerlands gilt, wird die am 4. Dezember beginnende Abstimmung zeigen. Neben Merz haben noch der Außenpolitiker Norbert Röttgen und der geschäftsführende Kanzleramtsminister Helge Braun ihren Hut in den Ring geworfen. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus wird entgegen anderslautenden Vermutungen nicht kandidieren, ebenso wenig wie Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn. Bis zum morgigen Mittwoch haben weitere potenzielle Bewerber Zeit, sich für die Nachfolge des gescheiterten CDU-Vorsitzenden Armin Laschet aufstellen zu lassen, dann endet die Nominierungsfrist.

Merz, der seit dem Rückzug von Angela Merkel aus der CDU-Spitze jetzt den dritten Anlauf auf das Amt des Parteivorsitzenden unternimmt, gilt nicht nur bei den mehrheitlich älteren und männlichen CDU-Mitgliedern als Favorit. Der frühere Manager des Vermögensverwalters Blackrock kann sich auch über die Unterstützung der Wirtschaft und die persönliche Empfehlung bekannter Unternehmer freuen.


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    Förderer der ersten Stunde

    Einer der Förderer der ersten Stunde ist der Tunnelbauer Martin Herrenknecht. Der weltweit tätige Ingenieur hatte sich gemeinsam mit anderen Mittelständlern in Baden-Württemberg schon früh für Merz engagiert und sich auch öffentlich für ihn ausgesprochen. Zu diesem Kreis zählt auch Joachim Rudolf, Chef der Rudolf Lichtwerbung in Stuttgart und ein umtriebiger Unternehmer.

    Ein ebenso bekannter Unterstützer von Merz ist Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Der Textilhersteller, der auch in politischen Fragen kein Blatt vor den Mund nimmt, hatte sich als Merz-Fan der ersten Stunde geoutet und für ihn geworben.

    Zu den Unterstützern in der Wirtschaft zählen außerdem prominente Manager wie Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing oder der langjährige Eon-Vorstand und heutige CEO der Ceconomy AG, Karsten Wildberger. Auch der frühere Wolfsburger Oberbürgermeister Rolf Schnellecke, Aufsichtsratsvorsitzender und Mitinhaber der Schnellecke Logistics, gilt als Förderer von Merz, ebenso wie Detlev Seeliger, Geschäftsführer der Mapco-Autotechnik in Brandenburg. Besonders im Osten hat Merz bei den Selbständigen und Mittelständlern einen Stein im Brett, was sich schon bei den ersten Kampagnen zum CDU-Vorsitz gezeigt hatte.

    Aber auch norddeutsche Manager wie Christian von Boetticher, Geschäftsführer des Lebensmittelherstellers Peter Kölln (Köllnflocken) und Joachim von Schorlemer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bank Ing-DiBa und Landesvorsitzender des hessischen Wirtschaftsrats, unterstützen Friedrich Merz. Ein ebenfalls prominenter und in Wirtschaft und Politik bestens verdrahteter Unternehmer auf der Seite von Merz ist Arndt Kirchhoff, geschäftsführender Gesellschafter der Kirchhoff-Gruppe mit Sitz in Iserlohn. Kirchhoff sitzt in den Leitungsgremien der wichtigsten deutschen Wirtschaftsverbände und verfügt auch in der Berliner Politik über großen Einfluss.


    Vereinigungen stehen hinter Merz

    Ebenfalls mit großer Ausdauer für Merz geworben hatte Wolfgang Steiger, Generalsekretär CDU-Wirtschaftsrats, dem Merz seit seinem politischen Comeback als Vizevorsitzender angehört. Auch Organisationen wie der Parlamentskreis Mittelstand unter Führung des Unternehmers und CDU-Politikers Christian von Stetten gelten mehrheitlich als Fürsprecher von Merz. Nicht zuletzt kann sich der Sauerländer auf die Mittelstandsvereinigung MIT verlassen, die von Carsten Linnemann geleitet wird. Der CDU-Fraktionsvize Linnemann hatte zunächst eigene Ambitionen erwogen, sich dann aber dafür entschieden, zusammen mit Merz als Team anzutreten.

    Allen diesen Unterstützern aus der Wirtschaft, den Unternehmen und den wirtschaftsnahen Vereinigungen ist gemeinsam, dass sie „die Defizite im marktwirtschaftlichen wie liberal-konservativen Profil der CDU wieder auszugleichen“ wollen, wie Steiger es formuliert.

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    Das Ergebnis des ersten Wahlgangs soll am 17. Dezember verkündet werden. Sollte ein zweiter Wahlgang erforderlich sein, weil keiner der Bewerber die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erreicht, soll dieser Ende Dezember starten. Auszählung und Verkündung des Resultats wären dann am 14. Januar. Formell wählen können zwar nur die 1001 Delegierten des Bundesparteitags am 21. Januar den neuen Vorsitzenden, es gibt aber keinen Zweifel, dass sich die Delegierten dem Votum der Mitglieder beugen werden.

    Mehr zum Thema: Beim Rennen um den CDU-Vorsitz ist eine „Teamlösung“ gescheitert; es gibt drei Bewerber. Das ist gut so, Konkurrenz belebt das Geschäft. Und wer ist der Richtige? Die Antwort ist eindeutig.


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