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Karriere

Wie die Flüchtlingskrise den Arbeitsmarkt verändert

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Blogparade zum Thema HR

Auch die deutsche Personal-Blogger-Szene hat das Thema Flüchtlinge für sich entdeckt: Thomas Eggert, Geschäftsführer der BEGIS GmbH, rief kürzlich die Personaler auf, etwas Historisches zu tun und hat eine so genannte Blogparade zum Thema HR und Flüchtlinge gestartet. Sebastian Wolking rollt auf Karrierebibel.de das Thema von der anderen Seite auf: Er listet auf, welche Jobs durch die Flüchtlingswelle entstehen oder vermehrt zu besetzen sind, etwa beim Bundesamt für Migration und FlüchtlingeDas sind vor allem Sachbearbeiter, Dolmetscher, Wissenschaftliche Mitarbeiter für empirische Sozialforschung, Informatiker und Bürokaufleute.

6000 neue Stellen wollen Bund und Länder rund um die Flüchtlinge schaffen, der Personalmarketing-Experte Henner Knabenreich nennt in seinem Blog die Details: „Nordrhein-Westfalen will alleine in diesem Jahr 792 neue Arbeitsplätze ausschreiben – davon 674 als 'Flüchtlingskinderunterrichter'. Bayern sucht 'Flüchtlingsheimbewacher' bzw. 'Lagerordner'. Hessen stellt im nächsten Jahr 190 Personen ein, vor allem als 'Erstaufnahmeeinrichtungsentlaster'. Oder als 'Flüchtlingsregistrierer'.“

Aus diesen Ländern kommen Asylbewerber in Deutschland

Ein anderes, seit jeher komplexes Thema, ist die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen auf dem Arbeitsmarkt. Personalmanager Thomas Riemann gibt einen Überblick, welche rechtlichen Hürden bei der Anerkennung der bisherigen Berufe von Migranten zu nehmen sind.

Auch der Hochschulzugang für Flüchtlinge ist nicht immer einfach, deshalb war bereits eine crowd-finanzierte Online-Universität für Flüchtlinge geplant. Hingegen hat die Friedrich-Ebert-Stiftung im August unter allen für Hochschulen zuständigen Ministerien der Bundesländer eine Umfrage durchgeführt. Ihr Ziel war es, herauszufinden, wie der Hochschulzugang für Flüchtlinge in den einzelnen Bundesländern geregelt ist.

Grundsätzlich gilt hier, dass Flüchtlinge wie andere ausländische Studierende behandelt werden. Das bedeutet: Zum Studium in Deutschland ist man berechtigt, wenn im Ausland ein Bildungsnachweis erworben wurde, der einer in Deutschland erworbenen Hochschulzugangsberechtigung gleichwertig ist und die erforderlichen Sprachkenntnisse vorliegen. Und eine Aufenthaltserlaubnis wird in der Regel erst erteilt, wenn eine Zulassung zum Studium erfolgt ist.

Problematik durch fehlende Unterlagen

Liegt keine Hochschulzugangsberechtigung vor, steht in der Regel der Weg in ein Studienkolleg offen. Nach bestandener Feststellungsprüfung kann ein fachgebundenes Studium aufgenommen werden. Bei zulassungsbeschränkten Fächern gilt auch für Flüchtlinge die Vorabquote für ausländische (Nicht-EU-) Studierende.

Status und Schutz von Flüchtlingen in Deutschland

Problematisch sind fehlende Unterlagen. In diesem Fall kann auf den Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 8.11.1985 zurückgegriffen werden: Ein indirekter Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung ist möglich, wenn StudienbewerberInnen die notwendigen Unterlagen aus politischen Gründen nicht erbringen können. Demnach werden in Einzelfällen auch einfache Kopien beziehungsweise eidesstattliche Versicherungen akzeptiert.

In Arbeit
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Mehrere Ministerien empfehlen den Hochschulen, bei der Einzelfallprüfung nicht zu strenge Maßstäbe anzulegen. Bei vollständig fehlenden Unterlagen besteht nach Ansicht mehrerer Länder jedoch weiterer Regelungsbedarf. Eine Arbeitsgruppe der Kultusministerkonferenz erörtert aktuell, wie der Beschluss an die aktuelle Situation angepasst werden kann.

Die Autorin betreibt das Blog "Berufebilder". Sie können auch über Twitter mit ihr in Kontakt treten.

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