Kein Kaninchenzüchterverein Lucke will allein an die AfD-Spitze

Der Vorsitzende der AfD, Bernd Lucke, hat für einen alleinigen Parteivorsitz geworben. Die Partei müsse künftig professioneller geführt werden, von einem einzigen Vorsitzenden, mit einem Generalsekretär als „rechte Hand“.

Die AfD tagt in Bremen. Quelle: dpa

Der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke geht davon aus, dass die Delegierten des Bundesparteitags die neue Satzung mit einer Verkleinerung der Parteispitze absegnen werden. „Für die Satzung haben wir jetzt im Vorstand einen Kompromiss gefunden, der vorsieht, dass wir ab Dezember nur noch einen Vorsitzenden haben werden“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). „Ich erwarte, dass der Parteitag dem zustimmt.“ In der Satzungsdebatte geht es um die Frage, ob die Partei künftig von einem Vorsitzenden und mehreren Stellvertretern geführt werden soll. Bisher stehen drei Sprecher gleichberechtigt an der Spitze der rechtskonservativen AfD.

Die AfD – neue Volkspartei oder kurze Protestepisode?

Zur Satzungsdebatte werden an diesem Samstag mehr als 2000 Mitglieder der AfD in Bremen erwartet. Da der Saal des Tagungshotels nicht genug Platz bietet, hat die Partei für diesen zweiten Tag zusätzlich ein Musicaltheater angemietet. Beide Veranstaltungsorte sind durch Videotechnik miteinander verbunden. Angekündigt ist auch eine Demonstration gegen die rechtskonservative AfD mit mehreren tausend Teilnehmern. Lucke erläuterte: „Mir geht es darum, die Führung der Partei zu professionalisieren und Reibungsverluste zu vermeiden. Das geht am besten mit einer Person an der Spitze. Zu deren Entlastung benötigen wir einen hauptamtlichen Generalsekretär.“

Die neue Satzung ist in der AfD hoch umstritten. Lucke, dem Ambitionen auf den alleinigen Vorsitz nachgesagt werden, sagte dazu: „Man darf doch in einer Partei mal unterschiedlicher Meinung sein, ob man künftig einen Vorsitzenden oder mehrere Vorsitzende haben will.“ Auch bei inhaltlichen Fragen müsse nicht jeder mit jedem übereinstimmen. „Ich halte das für völlig normal. Dass es in einer Partei immer nur eine Meinung gibt, ist reine Altparteiendenke.“

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi erwartet, dass die AfD bei ihrem Parteitag „politisch noch weiter nach rechts rücken“ werde. Die Sympathien der AfD für die fremdenfeindlichen Demonstrationen der jüngsten Zeit deuteten ganz klar in diese Richtung, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe). Das werde das Klima in Deutschland belasten, sagte Fahimi. Aber dies sei der Preis, den Lucke „dafür bezahlen muss, dass er künftig alleiniger Vorsitzender der AfD sein darf“.

Lucke verteidigte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe) die Gespräche der stellvertretenden AfD-Vorsitzenden Frauke Petry mit den Organisatoren der islamkritischen Pegida-Bewegung: „Ich bin fest davon überzeugt, dass es richtig war, mit Pegida zu reden“, sagte er.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%