Klaus-Peter Willsch "Mein Eindruck ist, dass Angela Merkel ihre Position überdenkt"

Die Revolte gegen Angela Merkel hat begonnen. Im Interview erklärt CDU-Mann Klaus-Peter Willsch, was die Unions-Abgeordneten von der Kanzlerin wollen und warum sie ihre Politik der offenen Grenze ändern könnte.

Der CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Willsch im Interview mit WIrtschaftsWoche. Quelle: dpa

WirtschaftsWoche: Herr Willsch, gestern gab es in der Unionsfraktion eine lebhafte Debatte über die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Rebelliert die eigene Partei gegen Angela Merkel?

Klaus-Peter Willsch: Wir Bundestagsabgeordnete waren vergangene Woche in unseren Wahlkreisen unterwegs und haben den Unmut vieler Bürger unmittelbar zu spüren bekommen. Insofern hat sich gestern Nachmittag viel Lebenswirklichkeit im Bundestag versammelt. Und diese Lebenswirklichkeit haben wir Abgeordnete beschrieben.

"Wir können das schaffen und wir schaffen es"

Das Wort „Abwahl“ soll gefallen sein. Stimmt das?

Ich weiß es nicht. In einem Saal mit 350 Leuten hört man nicht jedes Wort. Ich habe es jedenfalls nicht vernommen. Es ging nicht um Rebellion gegen irgendwen. Wir haben nur sehr offen diskutiert.

Haben Sie den Eindruck, dass die Kanzlerin und Fraktionsspitze die Sorgen ernst nehmen?

Ja, den Eindruck habe ich. Es war eine harte und teilweise hitzige Debatte. Aber die Führung scheint ernsthaft an der Meinung der Abgeordneten interessiert. Es setzt sich langsam aber sicher die Erkenntnis durch, dass wir Transitzonen und eine stärke Grenzsicherung brauchen.

Das stünde im krassen Widerspruch zur aktuellen Politik der Kanzlerin.

Sie hat sich schon früher korrigiert, denken Sie beispielsweise an die Energiewende. Im Moment kommt jeden Tag eine Kleinstadt neu zu uns ins Land. So kann es nicht weitergehen. Wir müssen handeln und zwar schnell. Und mein Eindruck ist, dass die gestrige Sitzung ihren Teil dazu beigetragen hat, dass Angela Merkel ihre Position überdenkt.

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Sie klingen optimistisch.

So eine gute Diskussion hatten wir schon lange nicht mehr in der Unions-Fraktion. Ich bin froh, dass wir so offen miteinander gesprochen haben. Von mir aus können wir das ab jetzt immer so machen.

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