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Klimadebatte Wie sich der CO2-Ausstoß im Gebäudesektor senken lässt

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Was eine CO2-Bepreisung konkret bedeuten könnte

In der Studie zeigen Fallbeispiele, was eine solche CO2-Bepreisung konkret bedeutete: Eine dreiköpfige Familie in einem relativ alten eigenen Haus mit veralteter Ölheizung müsste 2030 dann 532 Euro mehr bezahlen. Lebte die Familie in einem relativ neuen Einfamilienhaus mit neuer Gasheizung, erhöhten sich die Kosten um 82 Euro pro Jahr. Einen Zwei-Personen-Haushalt in einem mittelalten Mehrfamilienhaus mit Gasheizung kostete ihr Energieverbrauch beispielsweise 44 Euro im Jahr mehr. Inklusive der Klimaprämie von 100 Euro könnten manche Haushalte ihr verfügbares Nettoeinkommen also sogar steigern.

Was aber heißt das für das Verhalten der Menschen? Wie würden sie in einem solchen Szenario reagieren? Bei höheren Kosten wohl zunächst ein wenig sparen. „Weniger zu heizen und kälter zu duschen wird aber nicht reichen“, sagt Michael Thöne vom finanzwissenschaftlichen Forschungsinstitut. Dann stelle sich die Frage, ob es sich lohnt, energetisch zu sanieren – und langfristig weniger der – nun teureren – Energieträger zu verbrauchen.

Das Ergebnis: Nur bei dem relativ alten Einfamilienhaus mit veralteter Ölheizung erwirtschaftete die Familie bereits nach sieben Jahren die Investitionskosten für neue Fenster mit dreifacher Verglasung, gedämmte Außenwände und Decken oder eine Gasbrennwert-Heizung. Bezieht man allerdings ein, dass eine Immobilie auch altersbedingt saniert werden muss, und viele Menschen diese Kosten in ihrer Planung zusammen veranschlagen, rechnet sich dies in den Fallbeispielen der Studie grundsätzlich erst nach mehr als 20 Jahren.

Die Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass der Staat zusätzlich zu einer CO2-Bepreisung und anders fördern muss – vor allem, wenn sich im Gebäudesektor schnell etwas ändern soll. Bislang sei es so, dass die Förderung höher sei, je mehr Emissionen durch eine Maßnahme eingespart werden, sagt Thöne – „im Grunde eine vernünftige Vorgehensweise“. Das Gros der Bestandsimmobilien werde davon aber nicht immer erreicht.

Thöne empfiehlt daher, „mehr auf Breitenwirkung“ zu setzen und Förderquoten aufzustocken. Auch hält er, wie sein Auftraggeber, die steuerliche Abschreibung für sinnvoll. Und er verweist auf ein demografisches Problem: In vielen der relativ alten Immobilien, die besonders wenig energieeffizient sind, wohnen Menschen im Rentenalter. Die sehen oft keine Notwendigkeit, ihr Haus oder ihre Wohnung noch einmal zu sanieren – abgesehen davon, dass Banken ihnen oft auch keine Kredite mehr geben wollen. „Da könnten Sonderzuschüsse helfen“, sagt Thöne.

Eine Situation, die Holger König aus eigener Erfahrung kennt. König hat eine Software zur Ökobilanzierung von Gebäuden entwickelt, in der Szene gilt er als Experte für CO2-Einsparungen. Seine Mutter, erzählt König, habe selbst bis zu ihrem Tod in einem dieser 60er-Jahre-Häuser gelebt, ohne energetisch zu sanieren. „Diese Gebäude werden Sie kaum vorankriegen“, sagt König, denn da sei es mit ein wenig Dämmung oder neuen Fenstern nicht getan – „außer, jemand Neues zieht ein und geht da grundsätzlich ran“.

Einen Sonderzuschuss hält er deshalb für einen richtigen Ansatz. Auch, bestehende Förderungen zu bündeln, könne sicher helfen. Es gebe so viele Programme, deren Rahmenbedingungen sich noch dazu alle zwei Jahre änderten, „um die zu kennen, müssen Sie wirklich hoch spezialisiert sein“.

Das seien die Themen der kleinen Hausbesitzer. Große Immobilienverwalter, gerade auch die kommunalen und genossenschaftlichen, drückte, sagt König, dagegen vor allem die Furcht vor radikaleren Ausprägungen der Mietpreisbremse oder einem Mietpreisdeckel. Dann, so die Befürchtung, könnten sie überhaupt nicht mehr energetisch sanieren „ohne sich zu ruinieren“.

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