Koalition Mietpreisbremse gilt nicht für Neubauten

In der Diskussion um die Mietpreisebremse konnte eine Einigung erzielt werden. Neubauten sind jedoch wider Erwarten komplett von dem neuen Gesetz ausgenommen.

Wohnungsneubauten sollen nun doch nicht wie zunächst geplant unter die von der großen Koalition angestrebte Mietpreisbremse fallen. Quelle: obs

Justiz- und Verbraucherminister Heiko Maas (SPD) hat sich mit den Spitzen der Koalitionsfraktionen auf einen besseren Schutz vor drastischen Mieterhöhungen geeinigt. Bei einem Mieterwechsel darf die neue Miete in ausgewählten Gebieten künftig maximal zehn Prozent über dem ortsüblichen Niveau liegen. Ausgenommen sind Neubauten. Den Makler soll in Zukunft nicht mehr automatisch der Mieter, sondern der Auftraggeber zahlen. Die Regelungen sollen noch in der ersten Jahreshälfte 2015 in Kraft treten.

So teuer ist Wohnen in Deutschland
Ein Run auf Immobilien und kräftig steigende Mieten: Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist äußerst angespannt. Die zunehmende Urbanisierung treibt die Mietpreise in den deutschen Metropolen seit Jahren in die Höhe. Doch auch in einigen Kleinstädten gehen die Preise für Mietobjekte durch die Decke. In welchen Bundesländern die Mietpreise am stärkten zulegen, zeigt eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes. Quelle: dpa
Platz 10: Sachsen-AnhaltIm Jahr 2012 verzeichnete Sachsen-Anhalt lediglich einen moderaten Mietpreisanstieg von 1,7 Prozent. Die Netto-Kaltmieten lagen im vergangenen Jahr bei 4,79 Euro pro Quadratmeter, nach 4,71 Euro im Jahr 2011. Ein Grund für den geringen Preisanstieg ist der leichte Bevölkerungsrückgang im Jahr 2012. Die lokalen Behörden zählten insgesamt 17.000 Abwanderer. Die Nachfrage nach Wohnraum ging deutlich zurück. Quelle: dpa
Platz 9: HessenIm Bundesland Hessen lag der Mietpreisanstieg im Jahr 2012 nur minimal höher. Die Netto-Kaltmieten legten um 1,8 Prozent auf 8,0 Euro pro Quadratmeter zu. Quelle: dpa
Platz 8: BayernDie bayrische Landeshauptstadt München gehört zu einem der teuersten Pflaster in Deutschland. Die Mietpreise sind in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert. Im gesamten Bundesland fällt der Preisanstieg dagegen deutlich geringer aus. Im vergangenen Jahr kletterten die Netto-Kaltmieten um 0,26 Euro auf 7,77 Euro pro Quadratmeter - ein Anstieg von 3,5 Prozent. Preistreiber war vor allem die Zuwanderung. Von den knapp 200.000 Einwanderern fanden 76.000 Menschen in Bayern ein neues Zuhause. Quelle: AP
Platz 7: HamburgWenn's ums Wohnen geht, gehört Hamburg sicherlich zu einem der Top-Adressen in Deutschland. Die hohe Nachfrage nach Wohnobjekten spiegelt sich auch in den Immobilen - und Mietpreisen wieder. Im Jahr 2012 zahlten Mieter 10,92 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zum Jahr 2011 ein Anstieg von 3,6 Prozent. Quelle: dpa
Platz 6: Nordrhein-WestfalenDer Trend – weg vom Land, hin zu den Städten – sorgt für einen starken Bevölkerungszuwachs in Nordrhein-Westfalens Metropolen. Eine Studie der BBSR Bonn rechnet mit einem Bevölkerungszuwachs bis 2030 von 7,5 Prozent in Großstädten wie Köln und Düsseldorf . Gleichzeitig wird der Wohnraum immer knapper. Das treibt die Preise. Im Jahr 2012 zahlten Mieter 5,97 Euro pro Quadratmeter - ein Anstieg von 4,0 Prozent im Vergleich zum Jahr 2011. Quelle: dpa
Platz 5: Baden-Württemberg Auch in Baden-Württemberg steigen die Mietpreise seit Jahren an. Preistreiber ist vor allem die relativ geringe Arbeitslosenquote. Die Spitzenwerte liegen bei maximal sieben Prozent, in vielen Teilen des Bundeslandes herrscht sogar Vollbeschäftigung . Eine finanzstarke Mittelschicht, das Haushaltseinkommen liegt vielerorts bei über 1750 Euro, treibt so die Mietpreise seit Jahren in immer neue Sphären. Alleine im Jahr 2012 legten die Mieten um 4,2 Prozent zu. Der Preis für einen Quadratmeter lag bei 7,47 Euro. Quelle: dpa
Platz 4: Schleswig-HolsteinDie Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung in Schleswig-Holstein sagen einen Bevölkerungsschwund in den kommenden Jahren voraus. In der Region um Kiel rechnen Forscher mit einer Abwanderung von 2,5 bis 7,0 Prozent der Bevölkerung bis 2030. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien könnte in den kommenden Jahren also stark zurück gehen. Doch noch steigen die Preise. Im Jahr 2012 legten die Mieten um 4,4 Prozent auf 6,45 Euro pro Quadratmeter zu. Quelle: dpa
Platz 3 : NiedersachsenNoch höher fielen die Mietpreissteigerungen in Niedersachsen aus. Mieter zahlten im Durchschnitt 5,55 Euro und damit 15 Eurocent pro Quadratmeter mehr als im Jahr 2011 - ein Anstieg von 4,8 Prozent. Quelle: dpa
Platz 2: BerlinSeit Beginn der Euro-Krise stiegen die Kauf - und Mietpreise in Berlin auf immer neue Rekordstände. Während die Kaufpreise von einer hohen Nachfrage finanzstarker ausländischer Investoren in die Höhe getragen wurden, kletterten die Mietpreise aufgrund von fehlendem Wohnraum. Trotz einer steigenden Bevölkerungszahl blieben die neu fertiggestellten Wohnungen je tausend Wohnungen mit 1,5 bis drei auf einem unterirdischen Niveau. Alleine im Jahr 2012 kletterten die Mietpreise um satte 11,1 Prozent in die Höhe. Für den Quadratmeter zahlen Berliner im Schnitt 7,82 Euro. Quelle: dpa
Platz 1: BremenBremen verzeichnete im Jahr 2012 den mit Abstand kräftigsten Preisanstieg in Deutschland. Die Mieten kletterten um 11,9 Prozent in die Höhe. Der Quadratmeterpreis stieg somit von 5,54 Euro auf 6,21 Euro. Bremen gehört zu den am dicht besiedelten Städten in Deutschland. Die Einwohnerdichte liegt bei über 1000 Menschen pro Quadratkilometer. Der Bevölkerungszuwachs lag in den vergangenen Jahren auf einem hohen Niveau. Am Ende treibt das die Preise. Quelle: dpa
DeutschlandIn Deutschland lag der Mietpreisanstieg im Jahr 2012 bei 3,6 Prozent. Damit liegen die Preise in insgesamt acht alten Bundesländern (Berlin mitberücksichtigt) deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Die Zahlen machen deutlich: Das Mietpreisgefälle zwischen den alten und neuen Bundesländern ist nach wie vor ziemlich hoch. Quelle: dpa

„Mieten müssen auch für Normalverdiener bezahlbar bleiben“, erklärte Maas. „Dazu soll die Mietpreisbremse einen Beitrag leisten. Mehr als 30 oder 40 Prozent Mietsteigerung in einigen Ballungsgebieten sind einfach inakzeptabel.“

Die Mietpreisbremse soll nur in Gebieten mit „angespanntem Wohnungsmarkt“ gelten. Ausgewählt werden diese Gebiete von den Ländern für einen Zeitraum von fünf Jahren. Um die Investitionsbereitschaft in Neubauten zu erhalten, werden diese von der Regelung ausgenommen. Das gilt auch für die erste Vermietung nach einer umfassenden Modernisierung.

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