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Koalition Super-Nanny Ursula von der Leyen

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Bislang hatte Ursula von der Leyen ihre Vorschläge stets durchgeboxt. Den Ausbau der Kindergartenplätze für unter Dreijährige auf 750 000 kündigte sie via Interview an, das neue Elterngeld setzte sie gegen erbitterte Widerstände der eigenen Partei durch. Und weil sie der Union damit ein moderneres Profil verpasste, galt sie als unerschütterliche Macherin.

Entsetzte Top-Manager

In der vergangenen Woche aber stieß die Ministerin an ihre eigene gläserne Decke. Schon als sie ihre Quotenpläne bei einer Tee-Runde auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorstellte, war das Entsetzen groß. Einer der Top-Manager schaltete noch am selben Tag einen Lobby-Verband ein: „Dagegen müsst ihr was tun.“

Die Empörung, die zeitgleich unter den Wirtschaftspolitikern der Unions-Fraktion ausbrach, lässt sich erahnen, wenn der Abgeordnete Thomas Bareiß sagt, die Frauenquote erinnere „an sozialistische Planwirtschaft“. Auch die Familienministerin sperrt sich gegen die Pläne. „Eine starre, staatlich verordnete Einheitsquote ist ordnungspolitisch falsch und verfassungsrechtlich bedenklich“, sagt Kristina Schröder. Die Unternehmen sollen ihre Frauen-Ziele nun zuerst selbst festlegen.

Am vergangenen Mittwoch wischte die Kanzlerin die Quote vom Tisch. Drei Stunden später legte von der Leyen nach. Sie sehe auch, dass der Plan derzeit nicht durchsetzbar sei. „Aber die Frauen können sich auf mich verlassen“, erklärte sie. „Ich bleibe an dem Thema dran.“ Irgendwann lässt Super-Nanny nachsitzen.

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