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Kommunikationsforscher Kepplinger "Pofalla weist überhaupt keine Sachkenntnis vor"

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Pofalla sollte auf den Bahn-Posten verzichten

Steinbrück heuert bei der ING-DiBa an
Peer Steinbrück Quelle: dpa
Katherina Reiche Quelle: dpa
Viviane Reding Quelle: dpa
Der Ex-Gesundheitsminister Daniel Bahr ist ab November Generalbevollmächtigter bei Allianz Private Krankenversicherung (APKV). Quelle: dapd
parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Ursula Heinen-Esser (l) Quelle: dpa
Stéphane Beemelmans Quelle: dpa
Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Jan Mücke Quelle: dpa

Von der öffentlichen Moral mal abgesehen: Ist der gute Draht zur politischen Macht für Unternehmen so wertvoll, dass es sich dafür  lohnt, auch einen inkompetenten Mann auf eine Entscheiderposition zu setzen?

Für ein Privatunternehmen ist das nicht wirklich attraktiv, sondern nur für ein staatliches oder vom Staat beeinflusstes. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Daimler oder BASF ein Interesse an einer Person für eine solche Position haben, die überhaupt keine Sachkompetenz vorweisen kann.

Von Wechslern aus der Wirtschaft in die Politik hört man selten.

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    Dafür gibt es zwei Gründe. Der eine ist das viel geringere Einkommen in der Politik. Der zweite ist aber noch wichtiger: Niemand muss sich derart öffentlich prügeln lassen wie ein Politiker. Wer tut sich das schon freiwillig an, wenn er ein gutes Auskommen hat. Da muss man ja Masochist sein.

    Welcher Wechsel eines Spitzenpolitikers war denn kommunikativ und moralisch einwandfrei? 

    Bei Roland Kochs Wechsel an die Spitze des Bilfinger-Konzerns gab es ein paar kritische Stimmen. Aber sein Fall war doch ein ganz anderer: Koch hat jahrelang eine Landesregierung geführt, er war kein Zuträger, sondern hat selbst schwierige Entscheidungen durchgesetzt. Diese Personalie kann man sehr gut damit rechtfertigen, dass Koch eine nachgewiesene Führungspersönlichkeit ist. Ob man nun eine Landesregierung führt oder ein Unternehmen, ist nicht so gravierend.

    Wenn ein Spitzenpolitiker zu Ihnen als Krisenkommunikationsexperten käme und sagte: Ich will auf einen Posten in einem Unternehmen wechseln, wann und wie soll ich das öffentlich machen? Was raten Sie ihm?

    Pofalla hätte ich geraten: Lassen Sie das ganz, das ist nicht die richtige Position für sie. Aber Herrn Klaeden oder Herrn Koch hätte ich geraten, das sehr frühzeitig bekannt zu machen, denn die Gefahr, dass es entdeckt wird, ist groß, wie wir ja gerade erlebt haben. Und ich würde raten, frühzeitig auch die Konsequenzen zu ziehen, also das Abgeordnetenmandat aufzugeben. Dieses Lavieren ist unlauter und nicht ehrenhaft. Zu dem höheren Gehalt, das in der Wirtschaft winkt, gehört auch, Risiken zu tragen. Wer schon in der Vorlaufphase zeigt, dass er nicht bereit ist, Risiken zu tragen, ist in der Wirtschaft auch fehl am Platz.

    Die Kanzlerin wusste, wie ihr Sprecher zugeben musste, schon im November von Pofallas Plänen. Wird sie nun in die Schusslinie der öffentlichen Kritik geraten?

    Wenn man keine elegante Lösung findet, ja.

    Und die wäre?

    Deutschland



    Dass Pofalla angesichts der Probleme auf den Posten bei der Bahn verzichtet. Er behält eine Zeitlang sein Bundestagsmandat und man verspricht ihm eine weniger spektakuläre Auffanglösung in einiger Zeit. So wie das im Fall Röttgen gelaufen ist. Aber wenn er versucht, das durchzuziehen, wird es ein Problem für Merkel werden, weil es sehr viele Journalisten gibt, die nur darauf warten, bei ihr eine Schwachstelle zu entdecken.

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