Konjunktur Branche: Einzelhandel dürfte 2022 drei Prozent zulegen

Für das laufende Jahr hoffen die Einzelhändler auf weniger Corona-bedingte Einschränkungen und mehr Einnahmen. Sorgen macht ihnen die Inflation.

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Der Einzelhandel rechnet 2022 mit steigenden Einnahmen. Quelle: dpa

Die deutschen Einzelhändler rechnen im Jahresverlauf mit weniger Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie und damit auch mit wieder schneller steigenden Einnahmen. Nominal werde der Umsatz 2022 um drei Prozent auf 605,4 Milliarden Euro klettern, teilte der Branchenverband HDE am Dienstag in Berlin mit. Wegen der hohen Inflation werde davon aber nicht viel hängenbleiben.

So rechnet der HDE preisbereinigt mit einer Stagnation. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth warnt zudem vor großen Unterschieden zwischen den Händlern: „Obwohl die Umsätze in der Gesamtbilanz wachsen werden, gibt es klare Verlierer“. Kleinere Betriebe und Läden in Innenstadtlagen seien weiter in der Defensive.

Impulse kommen vor allem aus dem Online-Handel. Dieser dürfte 2022 ein Wachstum von 13,5 Prozent aufweisen, der klassische Einzelhandel dagegen nur von 1,2 Prozent. 2021 waren die Unterschiede noch deutlicher.

Hier legte der Online-Handel um gut 19 Prozent zu, während der klassische Einzelhandel um 0,7 Prozent schrumpfte. Insgesamt stand unter dem Strich 2021 ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem ersten Corona-Krisenjahr 2020. Die Erlöse summierten sich auf 587,8 Milliarden Euro.

Der HDE betonte, die steigenden Preise seien ein erhebliches Risiko. Sie lagen in Deutschland im Januar 4,9 Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist. Im Dezember betrug die Inflation noch 5,3 Prozent, das höchste Niveau seit 1992.

Genth forderte, die Zugangshürden zu den staatlichen Corona-Überbrückungshilfen abzusenken. Bislang müssen Unternehmen einen Umsatzrückgang von mindestens 30 Prozent wegen der Pandemie nachweisen, um Zuschüsse zu bekommen. So komme Hilfe in vielen Fällen zu spät. Außerdem dürfen Ungeimpfte derzeit vielfach nicht in Einzelhandelsgeschäfte. „Diese im Kampf gegen die Pandemie nutzlose Maßnahme muss endlich bundesweit fallen“, so Genth.

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