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Konjunktur IG Metall geht selbstbewusst in Tarifrunde

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„Wir haben keine schnelle Tarifrunde vor uns“

Auch von der Bundesregierung erwartet die Gewerkschaft bis zum Ende der Legislaturperiode noch Einiges. Sie müsse wie jeder Beschäftigte bis zum Schichtende arbeiten und die Zusagen aus dem Koalitionsvertrag etwa zur Entgeltgleichheit oder zum Rückkehrrecht aus Teilzeit einlösen, verlangt Hofmann. Man dürfe angesichts der Flüchtlingskrise nicht in eine „politische Schockstarre“ verfallen. „Es wäre politisch fatal, wenn der Eindruck vermittelt würde, durch die Flüchtlingskrise würden berechtigte Forderungen an die Politik unter den Tisch fallen.“

Für die Stammbelegschaften der Metall- und Elektroindustrie, zusammen rund 3,8 Millionen Beschäftigte unter anderem in den Schlüsselbranchen Auto und Maschinenbau, will sich die IG Metall in diesem Jahr allein auf Entgeltfragen konzentrieren und erneut ein deutliches Reallohnplus herausholen. Dass Arbeitgeber-Chef Rainer Dulger den Vorjahresabschluss von 3,4 Prozent über 15 Monate für nicht wiederholbar hält, beeindrucke ihn nicht, sagt Hofmann.

Industrie



Wegen der gerade erst begonnenen Forderungsdiskussion innerhalb der Gewerkschaft vermeidet der Chef eine klare Aussage zur möglichen Forderungshöhe, die 2015 bei 5,5 Prozent gelegen hatte. Die Berechnungsgrundlage bleibe aber die selbe, führt Hofmann auf Nachfrage aus. Neben dem Inflationsausgleich müsse die gestiegene Produktivität berücksichtigt werden. Darüber hinaus sehe er angesichts der stabilen Konjunktur 2016 durchaus Spielraum für eine Umverteilungskomponente. Dass es „nur“ ums Geld gehe, mache die Sache nicht einfacher: „Wir haben keine schnelle Tarifrunde vor uns.“

Die IG Metall geht aus einer Position der Stärke in die Verhandlungen, deren erste Runde im März stattfinden sollen. Die Gewerkschaft ist das fünfte Jahr in Folge gewachsen. Über 120.000 Beitritte glichen die Abgänge mehr als aus, so dass am Jahresende 2015 eine Mitgliederzahl von 2.273.743 stand. Das waren 4462 Metaller (0,2 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor. Die Beitragseinnahmen kletterten auf das Rekordniveau von 533 Millionen Euro, wie Hauptkassierer Jürgen Kerner berichtete. 80 Millionen davon wanderten in die Rücklagen und in die ohnehin prall gefüllte Streikkasse. Aus der wurden 2015 nur knapp 200.000 Euro an Streikende in kleineren Konflikten ausgezahlt.

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