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Konjunkturprognose DIHK: Hohe Energie- und Rohstoffpreise bremsen Aufschwung

Nach der Bundesregierung senkt nun auch der DIHK seine Wachstumserwartungen, und zwar auf 2,3 Prozent statt bisher 3,0 Prozent.

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Fachkräftemangel und hohe Rohstoffpreise belasten die Unternehmen. Quelle: dpa

Die deutsche Wirtschaft rechnet nur mit einer allmählichen Erholung von der Corona-Krise. Nach einer Befragung von 28.000 Unternehmen aus allen Branchen zeigte sich der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Donnerstag pessimistischer als die Bundesregierung.

„Vor Ende nächsten Jahres werden wir das Vorkrisenniveau kaum erreichen“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben in Berlin. Es reiche für eine Erholung, aber nicht für einen nachhaltigen, investitionsgetriebenen Aufschwung.

Als Hürden hätten die Betriebe vor allem die hohen Energie- und Rohstoffpreise sowie strukturelle Herausforderungen wie den Fachkräftemangel oder den Klimaschutz genannt. „Die Politik muss jetzt alles daran setzen, aus Deutschland wieder einen attraktiven Investitionsstandort zu machen.“

Der DIHK geht in diesem Jahr nur noch von einem Wachstum von 2,3 Prozent aus. Im Frühsommer hatte er noch 3,0 Prozent erwartet, nachdem die deutsche Wirtschaft im Corona-Jahr 2020 um satte 4,6 Prozent eingebrochen war.

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    2022 rechnet der Verband dann mit 3,6 Prozent. Zum Vergleich: Die Bundesregierung hatte ihre Prognose für 2021 am Mittwoch deutlich auf 2,6 Prozent gesenkt, rechnet dafür 2022 mit einem halben Punkt mehr und insgesamt 4,1 Prozent. Das Vorkrisenniveau sieht sie bis Ende März 2022 wieder erreicht.

    43 Prozent der firmen bewerten ihre Lage als gut

    „Die Unternehmen schätzen ihre aktuelle Geschäftslage zwar deutlich besser ein als noch im Frühsommer“, so Wansleben. „Hier kommt der Schwung des Sommers nach dem Lockdown zum Tragen.“ 43 Prozent der Firmen bewerten ihre Lage als gut, nur noch 14 Prozent als schlecht.

    Handel und Dienstleister spürten vor allem Verbesserungen nach Monaten des Lockdowns. Die Aussichten für die nächsten zwölf Monate reichten aber nicht für einen nachhaltigen Aufschwung. Besonders die Industrie rechne im Vergleich zum Frühsommer kaum mit einer stärkeren Belebung.

    Zentrales Problem für die Unternehmen ist derzeit der Fachkräftemangel. Diesen stufen 59 Prozent der Betriebe – nach zuvor 43 Prozent – als Geschäftsrisiko ein. 58 Prozent nennen die hohen Energie- und Rohstoffpreise, nachdem es hier zuletzt nur 42 Prozent waren

    Hingegen hätten konjunkturelle Risiken an Bedeutung verloren. „Die Unternehmen möchten produzieren, können häufig aber nicht“, sagte Wansleben mit Blick auf beispielsweise fehlende Chips und Bauteile.

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