WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Konjunkturprognose Ifo erwartet eine höhere Inflation für 2022

Die anhaltenden Lieferengpässe und die vierte Corona-Welle bremsen die Erholung der deutschen Wirtschaft aus. Quelle: imago images/Markus Tischler

Die deutsche Wirtschaft braucht mehr Anlauf als erwartet, um aus dem Corona-Loch zu kommen. Auch die Lieferengpässe machen ihr zu schaffen. Die Erholung verschiebt sich weiter nach hinten.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Das Ifo-Institut blickt wegen der verschärften Virus-Pandemie skeptischer auf die deutsche Konjunktur. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte 2022 statt 5,1 Prozent nur noch um 3,7 Prozent steigen, nach einem erwarteten Plus von 2,5 Prozent in diesem Jahr, wie die Münchner Wirtschaftsforscher am Dienstag mitteilten. „Die anhaltenden Lieferengpässe und die vierte Coronawelle bremsen die deutsche Wirtschaft spürbar aus“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Die zunächst erwartete kräftige Erholung für 2022 verschiebt sich weiter nach hinten.“ Das BIP werde 2023 voraussichtlich um 2,9 zulegen und damit fast doppelt so stark wie noch im September erwartet.

Im laufenden Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 Prozent zum Vorquartal schrumpfen und zu Jahresbeginn 2022 nur stagnieren, schätzt das Institut. „Im Sommerhalbjahr 2022 wird mit dem Abebben der Corona-Welle und dem allmählichen Ende der Lieferengpässe eine kräftige Erholung einsetzen“, sagte Wollmershäuser. Der BIP-Anstieg dürfte sich dann mit Wachstumsraten von 2,3 Prozent im zweiten und 1,8 Prozent im dritten Quartal 2022 deutlich beschleunigen.

Anders als die meisten Fachleute erwartet das Ifo im kommenden Jahr nun sogar eine weiter steigende Inflation, die aktuell mit 5,2 Prozent auf dem höchsten Stand seit fast 30 Jahren liegt. Demnach dürfte die Inflationsrate von 3,1 Prozent in diesem Jahr auf 3,3 Prozent 2022 steigen. „Dabei spielen steigende Kosten, die mit den Lieferengpässen einhergehen, eine treibende Rolle und auch die verzögerte Anpassung an die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise“, erklärten die Regierungsberater. Erst 2023 sollte sich der Anstieg der Verbraucherpreise auf 1,8 Prozent normalisieren.



Die Arbeitslosenquote fällt laut Ifo von voraussichtlich 5,7 Prozent 2021 auf durchschnittlich 5,2 Prozent 2022 und 4,9 Prozent 2023. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte daher im nächsten Jahr um etwa 409.000 und danach um 311.000 zunehmen. Zugleich werde die Kurzarbeit von schätzungsweise knapp 1,7 Millionen Beschäftigten im Schnitt dieses Jahres bis 2023 auf 74.000 zurückgehen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Beim Staatshaushalt veranschlagt das Ifo in diesem Jahr coronabedingt ein Defizit von 162 Milliarden Euro. Das Haushaltsloch dürfte sich 2022 auf gut 80 Milliarden Euro und 2023 auf rund 20 Milliarden Euro verringern.

    Mehr zum Thema: Die deutsche Wirtschaft dürfte im Winterhalbjahr schrumpfen. Doch die fundamentalen Faktoren deuten darauf hin, dass dem Konjunkturtief ein kräftiger Aufschwung folgt. Die Frage ist nur: wie lange hält er an?

    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%