Kosten explodieren weiter Noch eine Milliarde Euro mehr für Hauptstadtflughafen

Die Kosten für den neuen Flughafen in Berlin Brandenburg (BER) steigen weiter. Wie teuer es insgesamt wird, ist noch unklar. Mit mehr als einer Milliarde Euro wird in jedem Fall gerechnet.

Noch ist der Hauptstadtflughafen eine Baustelle. Das wirkt sich auf die Kosten aus. Quelle: dpa

Der künftige Hauptstadtflughafen wird nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung noch einmal um 1,1 Milliarden Euro teurer. Das Blatt beruft sich auf Berechnungen eines Projektsteuerers. Der Verkehrsstaatssekretär des Bundes, Rainer Bomba (CDU), wollte die neuen Zahlen am Freitag weder bestätigen noch dementieren.

Dies sei eine Spekulation, sagte er kurz vor der Sitzung des Flughafen-Untersuchungsausschusses in Berlin. „Der aktuelle Stand ist 4,3 Milliarden Euro. Wir wissen, dass es mehr werden kann“, sagte das Aufsichtsratsmitglied Bomba. Neue Zahlen solle die Geschäftsführung dem Kontrollgremium am 13. Dezember vorlegen. „Dann werden wir wesentlich mehr Licht ins Dunkel bringen.“

Pannenflughafen BER soll erst 2018 öffnen
Seit 2006 wird der künftige Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ schon gebaut Quelle: dpa
09. März 2016Die für Ende 2017 geplante Eröffnung des  Hauptstadtflughafens BER ist nach Informationen des "Tagesspiegels" wegen neuer Probleme beim Brandschutz gefährdet. Das Bauordnungsamt habe für den Umbau der Brandschutzanlage weitere Nachweise sowie Nachbesserungen an den Unterlagen gefordert, hieß es. Das könnte auch zusätzliche Bauarbeiten im Terminal nach sich ziehen, wie aus einem internen Schreiben des Flughafen-Technikchefs Jörg Marks hervorgeht. "Wir müssen die Anforderungen des Bauordnungsamts einbeziehen und sehen, wie wir die Nachbesserungen umsetzen können", sagte Flughafensprecher Daniel Abbou der Nachrichtenagentur dpa. Quelle: dpa
4. November 2015Am neuen Hauptstadtflughafen haben Firmen in den vergangenen Jahren Mitarbeiter zu Unrecht als Brandschutz-Fachleute ausgegeben. Kontrollen der Flughafengesellschaft hätten ergeben, dass die notwendigen Nachweise für die Fachkunde fehlen, teilte der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) mit. In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Piratenpartei sprach er von Einzelfällen im niedrigen einstelligen Bereich seit 2012. Müller ist Aufsichtsratschef der staatlichen Flughafengesellschaft. Er berief sich auf Angaben der Geschäftsführung um Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Demnach werden die Eignungsnachweise bei der Vergabe von Aufträgen überprüft, danach bei Personalwechseln und besonders seit August 2014 auch bei Audits. Probleme mit dem Brandschutz, etwa auch wegen überbelegter Kabeltrassen, hatten das Projekt weit zurückgeworfen. Quelle: dpa
Flughafen Berlin Brandenburg Quelle: dpa
21. August 2015Die Baufirma Imtech muss Insolvenz anmelden - und den Flughafen wirft das in seinem Zeitplan weiter zurück. Nach Einschätzung der verantwortlichen Taskforce ist es durch die Insolvenz der Gebäudetechnikfirma bisher zu einer Verzögerung der Eröffnung von zwei bis drei Wochen gekommen. Gleichwohl sieht die Flughafengesellschaft die Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017 „zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Erkenntnisse“ nicht gefährdet. Bis Ende September solle die sogenannte Meilensteinplanung überarbeitet werden. Die Insolvenz habe zu einem „deutlichen Rückgang“ der Mitarbeiterzahlen geführt, so die Flughafengesellschaft. Imtech und eine mitbeteiligte Firma hätten jedoch zugesagt, die Mitarbeiterzahlen schnellstmöglich wieder hochzufahren, um die zeitlichen Auswirkungen „weitestgehend zu begrenzen“. Quelle: dpa
Hauptstadtflughafen Quelle: dpa
Karsten Mühlenfeld Quelle: dpa

Wann der Hauptstadtflughafen eröffnet, ist ebenso unbekannt, wie die tatsächlichen Kosten für das Projekt. Die Kosten sollen unter anderem wegen Bau- und Planungsmaßnahmen und dem Schallschutz gestiegen sein. Auch die verzögerte Eröffnung macht sich finanziell bemerkbar. Laut "Bild"-Zeitung entfallen 125 Millionen Euro auf Prognoseerhöhungen, die der Aufsichtsrat bereits seit April 2013 genehmigen musste. Für Planungs- und Baumaßnahmen seien 170 Millionen Euro eingeplant. Pro Monat kostet die längere Sicherung und Kontrolle der Baustelle zwischen 17 und 18 Millionen Euro - das macht 240 Millionen Euro insgesamt. 290 Millionen Euro müssten in besseren Schallschutz für die Anwohner investiert werden, 75 Millionen Euro sind für Sonstiges eingeplant. Zusätzlich gibt es einen Risikopuffer von 205 Millionen Euro.

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Der "Bild"-Zeitung zufolge gibt es noch keinen neuen Eröffnungstermin, obwohl die bauliche Fertigstellung für den Jahreswechsel 2014 / 2015 geplant war. Da es einen Probebetrieb von sechs Monaten geben muss, wäre eine Eröffnung erst Mitte 2015 möglich.

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