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Krankenkassen Bahr will privaten Kassen in die Hände spielen

Mit einer Gesetzesänderung möchte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr einem Bericht zufolge die Wahltarif-Angebote der gesetzlichen Krankenkassen schwerer zugänglich machen. Damit nimmt er den Privatkassen eine große Konkurrenz und beschränkt das Angebot der gesetzlichen.

Streichpotenzial der Krankenkassen
Karten von Krankenversicherungen Quelle: AP
Ein Mund Quelle: Robert Kneschke - Fotolia.com
Bonusheft Quelle: dpa
Gymnastik Quelle: Robert Kneschke - Fotolia.com
Akupunktur Quelle: gms
Eine Impfdosis des Mittels Pandemrix gegen Schweinegrippe Quelle: dpa
Geschientes Bein Quelle: Peter Atkins - Fotolia.com

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will einem Medienbericht zufolge das Geschäft der gesetzlichen Krankenkassen beschränken. Geplant sei den gesetzlichen Kassen das Angebot von Wahltarifen deutlich zu erschweren, berichtet die "Berliner Zeitung". Durch eine vom Minister geplante Gesetzesänderung könnten diese Tarife nach Befürchtungen der Krankenkassen so teuer werden, dass sie sich künftig weder für die Versicherten noch für die Kassen lohnen und damit eingestellt werden müssten. Damit bestehe die Gefahr, dass Gutverdiener, die die Kassen über derartige Zusatztarife an sich binden konnten, in die privaten Kassen abwandern.

Entscheidungshilfe: Gesetzlich oder privat versichern?

Seit 2007 haben die Krankenkassen die Möglichkeit, ihren Versicherten Tarife mit unterschiedlichen Leistungen anzubieten. Derzeit nutzen fast neun Millionen Versicherte derartige Tarife, die an das Angebot der Privatkassen angelehnt sind. Zielgruppe sind vor allem Gutverdiener. Sie sollen mit diesen Tarifen davon abgehalten werden, zu einer Privatversicherung zu wechseln. Den Privatkassen ist das daher schon lange ein Dorn im Auge. Sie hatten immer wieder gefordert, den gesetzlichen Kassen das Angebot von Wahltarifen gänzlich zu verbieten.

Wahltarife bieten die Möglichkeit, die Prämien mit Selbstbehalten zu drücken oder sich Beiträge erstatten zu lassen, wenn die Versicherten wenig Leistungen in Anspruch nehmen. Bei rund 70 Kassen können deutsche Versicherte derzeit so ihren Beitrag drücken. Durch Wahltarife lassen sich bis zu 600 Euro im Jahr sparen, wenn man nicht zum Arzt geht.

Bei Bonusprogrammen verlangen die Kassen aktive Vorsorge und belohnen dies mit bis zu 720 Euro im Jahr. Dafür binden sich Versicherte bis zu drei Jahre an den Wahltarif und können somit nicht kurzfristig von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln.

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