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Krankenkassen Die Flut hebt alle Schiffe

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Niedrige Beitragssätze sind kein Anreiz mehr

 

Krankenkassen Quelle: AP

Auch hier verkehrte Welt. Jetzt ist Daniel Bahr für eine Lage verantwortlich, die nie er wollte, die er aber hinnimmt, weil Ruhe seine erste Ministerpflicht zu sein scheint. Er hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er eigentlich einen niedrigeren allgemeinen Beitragssatz  will, damit Kassen eher und mehr Zusatzbeiträge verlangen müssen.

Das kann der Bundestag zum Jahreswechsel immer per Gesetz festlegen. Doch die Union als Koalitionspartner spielte nicht mit und bestand auf 15,5 Prozent Beitragssatz, der weit ins Wahljahr 2013 hinein ausreichen dürfte.

So kommen Schwarz und Gelb um die bei Versicherten und Wählern ungeliebten Zusatzbeiträge herum. Denn die FDP kann mit einem Gesundheitsminister eher eine Wahl verlieren – wenn er Unpopuläres tut – als sie mit ihm Zustimmung gewinnen kann.

Mitgliederschreck: Zusatzbeiträge

Jetzt zeigt sich eine gewaltige Schwäche des Gesundheitsfonds, der einst in der großen Koalition ausgeheckt wurde. So wollten Schwarz und Rot die eigentlich unvereinbaren Konzepte der Gesundheitsprämie (unabhängig vom Einkommen und von Teilen der Union favorisiert) und der Bürgerversicherung (mit Beiträgen auf alle möglichen Einkommen und der Einbeziehung aller Bürger, gewollt von der SPD) zum Kompromiss zusammen bringen.

Nun aber traut sich die nächste Bundesregierung nicht daran, den Beitragssatz zu senken, weil sie ihn absehbar auch wieder heben müsste oder eben die Zusatzbeiträge im großen Stil wachsen würden.

Deutschland



Den Kassen ist es recht: Die Zusatzbeiträge fürchten sie als Mitgliederschreck. Die Prämien in guter Lage sind weniger attraktiv, weil sie erst im Folgejahr ausgezahlt werden.

Mit einem niedrigeren Beitragssatz kann keine Kasse mehr werben. So viel Ruhe war selten. Die meisten der mehr als 70 Millionen gesetzlich Versicherten merken wohl gar nicht, dass sie zu viel für Gesundheit zahlen.

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