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Kriminalstatistik Zahl der Straftaten in Deutschland gestiegen

Die Zahl der Straftaten in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2010 wieder auf etwas mehr als sechs Millionen geklettert. Innenminister de Maizière nennt Deutschland dennoch ein "sicheres" Land.

Das sind die deutschen Diebstahlhochburgen
Besonders in Studentenstädten verzeichnet die Studie eine hohe Anzahl von Fahrraddiebstählen. Dass besonders die jungen Akademiker kriminell werden, wäre allerdings ein Trugschluss: Wo tausende junge Menschen studieren, ist das Fahrrad ein Hauptfortbewegungsmittel. Und je mehr Fahrräder es gibt, desto mehr können auch gestohlen werden. Im Jahr 2012 verschwanden 326.159 Fahrräder, meist auf Nimmerwiedersehen. Besonders an öffentlichen Orten und Massenradständern (Foto) gilt es daher, seinen Drahtesel sicher zu vertauen. Quelle: dpa
80. Platz: WuppertalAn der Wupper fährt man Schwebebahn, nicht Fahrrad. Auf 100.000 Einwohner kamen hier im vergangenen Jahr nur 76 Fahrraddiebstähle, also rund 1500 weniger als in der Unistadt Münster. Damit ist Wuppertal in den 80 getesteten Städten die sicherste Fahrradstadt. Quelle: dpa-dpaweb
79. Platz: RemscheidDa die Stadt – genauso wie Wuppertal – im Bergischen liegt, ist dort das Fahrrad nicht das populär Fortbewegungsmittel. In Remscheid (hier die Müngstener Brücke) wohnen 110.000 Einwohner, auf die 88 Fahrraddiebstähle kommen. Eine verschwindend geringe Zahl. Die „Klau-Quote“ ist damit rund 86 Prozent niedriger als im Durchschnitt. Die hügelige Stadt ist damit die zweitsicherste Fahrradstadt Deutschlands. Viel nutzt es den Bürgern allerdings nicht – außer sie wollen besonders fit werden. Quelle: dpa-dpaweb
78. Platz: Hagen„In” Hagen studieren die meisten Studenten Deutschlands – in Wirklichkeit tun sie das von zuhause aus, da in der Ruhrgebietsstadt Die FernUni beheimatet ist. Die „Studentenstadt” zählt 187.000 Einwohner und verzeichnete im vergangenen Jahr offiziell 195 Fahrraddiebstähle. Hagen gilt damit für Radfahrer als „sicher“. Quelle: dpa-dpaweb
77. Platz: PforzheimPforzheim liegt in der Nähe von Karlsruhe, zählt rund 115.000 Einwohner und gilt nicht wirklich als Studentenstadt. Die niedrige Platzierung im Ranking täuscht über eine negative Entwicklung hinweg: Mit 131 Fahrraddiebstählen in 2012 ist die diesbezügliche Kriminalitätsquote um fast ein Drittel gestiegen. Dennoch bekam die Stadt noch das Prädikat „sicher“.
76. Platz: SolingenDie Stadt im Rheinland (hier: Schloss Burg) ist ein sicheres Pflaster für Fahrradfahrer. Dort wurden im vergangenen Jahr nur rund 200 Fahrräder entwendet. Die Stadt liegt damit 80 Prozent unter dem Durchschnitt. Wie viele Reifen mit echten Solinger Messern zerstochen werden, ist übrigens nicht Teil der Statistik. Quelle: dpa
75. Platz: SiegenZugegeben, auf der gewaltigen Siegtalbrücke (Foto), einer der höchsten Autobahnbrücken Deutschlands, sind eh keine Fahrräder zugelassen. Aber auch in der Siegener Innenstadt mit ihrer einmalig steilen Fußgängerzone ist das Fahrrad wohl eher zweite Wahl. Das könnte auch zuletzt ein Grund dafür sein, dass in der Stadt an der Sieg so wenig Fahrräder verloren gehen: 2012 waren es auf 100.000 gerechnet nur 128 gemeldete Diebstähle und damit ein Rückgang von etwa 20 Prozent. Quelle: dpa Picture-Alliance

Die Zahl der Straftaten in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2010 wieder auf etwas mehr als sechs Millionen geklettert. Nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ist das im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von zwei Prozent. Aber auch die Aufklärungsquote habe mit 54,9 Prozent aller Straftaten leicht über dem Wert von 2013 gelegen.

Kriminalstatistik

„Deutschland ist nach wie vor ein Land - auch und gerade im internationalen Vergleich -, in dem die Bürgerinnen und Bürger alles in allem sicher leben können“, sagte de Maizière am Mittwoch in Berlin. Zusammen mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) stellte er die aktuelle Kriminalstatistik vor.

Es gebe aber Anlass zu „Besorgnis in einigen Feldern“, hieß es. Zugenommen habe die Zahl ausländischer Tatverdächtiger - und zwar um 14 Prozent - einschließlich illegaler Einreisen. Der Anteil nicht-deutscher Täter liege bei 24,3 Prozent aller Tatverdächtigen. Erfasst würden hier allerdings auch Straftaten etwa von Touristen. „Trotzdem: Die Ausländerkriminalität ist alles in allem betrachtet höher als im Durchschnitt der Bevölkerung.“

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Als erfreulich nannte es de Maizière, dass sich der seit 2009 zu beobachtende Rückgang der Gewaltkriminalität fortgesetzt habe - 2014 um weitere 2,1 Prozent. Auch die Jugendkriminalität habe um 9,3 Prozent abgenommen - wenngleich von einem hohem Niveau. „Man kann nicht sagen, dass die Jugendlichen und Heranwachsenden in Deutschland immer gewalttätiger werden.“ Mehr Sorge bereite dagegen die Intensität der Gewalt. Zurückgegangen seien auch sexueller Missbrauch von Kindern, Kfz-Diebstahl sowie Sachbeschädigungen.

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