Kritik an Teilzeitmodellen DIHK fordert 35-Stunden-Woche für Eltern

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig bekommt aus der Wirtschaft Rückendeckung für ihre Forderung nach besseren Teilzeit-Modellen für Familien. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schlug eine 35-Stunden-Woche für Väter und Mütter vor.

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Familie mit Kind Quelle: dpa
Kinder spielen mit Wasser Quelle: dpa
Junge aus Vanuatu Quelle: Graham Crumb
Kinder in Brasilien Quelle: dpa
Kinder in Japan Quelle: AP
Aus Mali geflüchtete Kinder Quelle: dpa
Kinder in Angola Quelle: Paulo César Santos

"Wir müssen von Modellen wegkommen, bei denen der eine Partner Vollzeit arbeitet und der andere Teilzeit mit wenigen Stunden", sagte der DIHK-Vorsitzende Eric Schweitzer der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" laut Vorabmeldung. Ein sinnvolles Modell könnte sein, wenn der eine auf 35 Stunden reduziere und der andere auf 35 Stunden aufstocke. "In der Summe ist das immer noch mehr, als wenn der Mann 40 Stunden arbeitet und die Frau nur halbtags."

Schweitzer begründete seinen Vorstoß mit dem drohenden Mangel an Arbeitskräften und der Notwendigkeit, den Erwerbsanteil von Frauen zu erhöhen. "Durch die Demografie werden uns künftig Millionen Arbeitskräfte fehlen", sagte er dem Blatt. "Wenn wir diese Arbeitsleistung nicht ersetzen, können wir unser jetziges Sozialprodukt nicht mehr erwirtschaften und unser Sozialsystem nicht mehr finanzieren." Derzeit arbeiteten in Deutschland zu viele Frauen in Teilzeit.

Familienministerin Schwesig, die im Januar ein ähnliches Modell vorgeschlagen hatte, begrüßte den Vorstoß des DIHK. "Wir müssen Vollzeit für Familien neu definieren", sagte die SPD-Politikerin. "Mit einer Familienarbeitszeit, bei der beide Elternteile ihre Arbeitszeit maßvoll reduzieren, können wir der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung tragen."

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Schwesigs Vorstoß für eine 32-Stunden-Woche für Eltern war im Januar von Kanzlerin Angela Merkel als "persönlicher Debattenbeitrag" zurückgewiesen worden. Zuletzt hatte die Gewerkschaft IG Metall angekündigt, bei künftigen Tarifverhandlungen eine 30-Stunden-Woche für Väter und Mütter fordern zu wollen.

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