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Landesparteitag Thüringer AfD-Vorstand tritt zurück

Bei der Thüringen-Wahl im September rechnet sich die AfD gute Chancen aus. Ein neuer Vorstand soll gerade noch rechtzeitig Ruhe in den zerstrittenen Landesverband bringen.

Am 14. Juni fand der Landesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) Thüringen statt. Quelle: dpa

Drei Monate vor der Landtagswahl in Thüringen hat der zerstrittene Landesverband der Alternative für Deutschland (AfD) seinen Vorstand ausgetauscht. Nach monatelangen Querelen trat der alte Vorstand auf einem Landesparteitag am Samstag in Stadtroda geschlossen zurück. An die Spitze des neuen Führungsgremiums wählten die Delegierten Steffen Möller und Björn Höcke. Sie sollen Ruhe in den Landesverband bringen, der nach den Worten des Bundesvorsitzenden Bernd Lucke lange Zeit ein Sorgenkind der Partei war.

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Die Thüringer AfD hat nach eigenen Angaben rund 320 Mitglieder. Ihr werden für die Landtagswahl am 14. September gute Chancen für den Einzug in das Landesparlament eingeräumt. Bei der Europawahl am 25. Mai hatte die Partei in Thüringen 7,4 Prozent erzielt. Bereits im März hatten Vertreter von Kreisverbänden den Rücktritt von Landessprecher Matthias Wohlfarth gefordert. Er sei wegen „christlich-fundamentaler Rhetorik“ in einem Hörfunkinterview nicht mehr tragbar. Zudem diffamiere er unbequeme Mitglieder der Partei.

Lucke war selbst nach Stadtroda gereist, um als Versammlungsleiter den Parteitag zu führen. Höcke, der als Spitzenkandidat der AfD antritt, sagte: „Einheitlich und geschlossen gehen wir jetzt in Richtung Landtagswahl.“ Als Schwerpunkte für die von der AfD angestrebte Politik nannte er die Umsetzung direkter Demokratie auf Landesebene, eine Stärkung der Bildungspolitik sowie „ein "Ja" zur klassischen Familie“, wie er es ausdrückte.

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Trotz der Festlegung von Thüringens Ministerin Christine Lieberknecht (CDU), nicht mit der AfD zu koalieren, sagte Lucke: „Wenn Parteien auf uns zukommen und über eine Regierungsbeteiligung mit uns sprechen wollen, dann werden wir uns nicht verweigern.“ Er selbst kann sich in Thüringen eine Bündnis sowohl mit der CDU wie auch mit der SPD vorstellen.

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