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Landtagswahl in Bayern Seehofers nächste Herausforderung

Mit dem Erreichen der absoluten Mehrheit hat Parteichef Horst Seehofer die CSU vom Trauma aus dem Jahr 2008 befreit. Doch die größere Aufgabe kommt erst noch: Er muss die Partei auf eine Zeit ohne ihn vorbereiten.

Dirndl-Jubel bei der CSU
Jubel auch bei den CSU-Anhängerinnen im Dirndl. Die Partei gewann mit - nach ersten Hochrechnungen - 49 Prozent ihre absolute Mehrheit zurück. Quelle: dpa
Jubel bei der SPD in München: Die größte Oppositionspartei in Bayern erreichte 20,5 Prozent und legte damit leicht zu. Quelle: REUTERS
Ernüchterung hingegen bei der FDP: Sie flog mit nur drei Prozent aus dem Landtag. Quelle: dpa
Ernüchterung auch bei den Freien Wählern: Die Partei hat leicht verloren und liegen momentan gleichauf mit den Grünen. Im Landtag waren sie bislang die drittstärkste Kraft. Quelle: dpa
„Schwarz-Gelb hat heute die Wahl nicht gewonnen und das wollen wir am nächsten Sonntag auch erreichen," sagte Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zum Wahlergebnis in Bayern. Quelle: dpa
In einer Messehalle werden die Briefwahlstimmen zur Landtagswahl sortiert und ausgezählt: Dort war in den vergangenen Wochen ein Ansturm zu verzeichnen, der insbesondere in München zu einer vergleichsweise hohen Wahlbeteiligung führte. Quelle: dpa
Mit dem Fahrrad kam dieser Mann zu seinem Wahllokal in Oberammergau: Die Wahlbenachrichtigung in der Hand hielt sich dieser Mann an die typisch-traditionelle Trachtenkleidung. Quelle: dpa

„In Bayern gehen die Uhren eben anders“, bekommen Bewohner des Freistaats von Außenstehenden oft zu hören. „Ja, nämlich richtig“, entgegnen CSU-Vertreter dann oft. Für die bayerische Wirtschaft stimmt das sogar. Den meisten Unternehmen des Landes geht es gut; es herrscht praktisch Vollbeschäftigung. Und so sehen es auch die Bayern: 88 Prozent der Bewohner glauben, dass es dem Freistaat wirtschaftlich besser geht als anderen westdeutschen Bundesländern. Die meisten führen dies auf die Politik der CSU zurück.

Die wichtigsten Fakten zur Landtagswahl in Bayern

Wirklich überraschend kommt der Wahlsieg der CSU, den manche Beobachter bereits als „historisch“ bezeichnen, denn auch nicht. Für die CSU ist er in erster Linie eine Erlösung nach dem Schock von 2008. Damals musste die Partei herbe Verluste hinnehmen und konnte nur noch in einer Koalition mit der FDP regieren.

Doch wenn in den nächsten Tagen der Kater nach den Siegesfeiern verflogen ist, werden sich für den Parteivorsitzenden Seehofer und die CSU schnell die nächsten Herausforderungen herausschälen. Die größte ist sicherlich, seine Partei auf eine Zeit nach ihm vorzubereiten. 2018 will er nicht mehr antreten. Ob er schon vorher das Feld räumt, hat er bisher offen gelassen. Als ein weiterer von Seehofers geschickten Schachzügen könnte sich die Personalie Ilse Aigner erweisen.

Die Bundeslandwirtschaftsministerin wird in den kommenden Wochen in ihre Heimat Berlin zurückkehren. Sie könnte in München Fraktionschefin werden und sich damit für die Seehofer-Nachfolge warmlaufen. Aigner ist mit 48 Jahren noch relativ jung und kommt in den Bierzelten an. Als ledige Frau., so dürfte Seehofer kalkulieren, könnte sie die CSU für neue, auch jüngere Wählerschichten in den Städten öffnen und so die stabile Mehrheit der CSU langfristig sichern.

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