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Landtagswahl So spannend war die NRW-Wahl

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SPD bereitet sich auf große Wahlparty vor

SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bleibt im Amt. CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen wurde deutlich distanziert. Quelle: dpa

+++ 17:59h +++

Gute Stimmung herrscht auch bei den Grünen und bei der FDP. Die Anhänger beider Parteien drängen sich wenige Minuten vor der offiziellen Bekanntgabe der ersten Prognosen vor den TV-Geräten. Die FDP ist sich sicher, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. Die Liberalen hoffen, sogar noch vor den Piraten zu landen.

+++ 17:58h +++

Die CDU-Anhänger üben sich in Galgenhumor. "Wir haben noch zwei Minuten, da kann noch viel passieren."

+++ 17:54h +++

Die SPD bereitet sich auf eine große Wahlparty vor. Die Partei hat die größte Disko im Düsseldorfer Medienhafen, das "3001" angemietet. Das Buffet ist riesig und dürfte für einen langen Abend reichen. Der Laden ist gut gefüllt - und in rotes Licht getaucht.

+++ 17:51h +++

Im WDR werden in den 15 Minuten vor Schließung der Wahllokale Umfragen gewälzt. Infratest dimap hat untersucht, wie zufrieden die Nrw'ler mit der politischen Arbeit der Spitzenpolitiker sind: SPD-Frontfrau Hannelore Kraft mit sensationellen 76 Prozent, Christian Lindner (FDP) mit 45 Prozent, Sylvia Löhrmann (Grüne) mit 38 Prozent und Röttgen auf dem letzten Platz mit 32 Prozent. Das lässt für die Konservativen nichts Gutes erwarten.

+++ 17:47h +++

WirtschaftsWoche-Chefredakteur Roland Tichy wettet auf folgendes Ergebnis: Die SPD wird stärkste Kraft mit 38 Prozent. Die CDU holt 29 Prozent der Stimmen. Die FDP mit Spitzenkandidat Christian Lindner schafft die Fünf-Prozent-Hürde und zieht mit sieben Prozent der Stimmen in den Landtag ein. Auch die Piraten packen es und holen ebenfalls sieben Prozent, die Grünen werden drittstärkste Kraft mit zwölf Prozent.

+++ 17:42h +++

Bei der Landtagswahl 2010 hatten SPD und CDU je 34,5 Prozent der Stimmen erreicht, die Grünen 12,1 Prozent, die FDP 6,7 Prozent und die Linke 5,6 Prozent. Die Piraten kamen auf 1,6 Prozent. Das dürfte heute deutlich anders aussehen. Letzte Umfragen sahen die Piraten bei sieben bis acht Prozent. Auch die FDP sollte den Wiedereinzug in den Landtag schaffen. die Sozialdemokraten liegen den Umfragen zufolge mit 37 Prozent deutlich vor der CDU mit 30 Prozent. Die Grünen können mit 12 Prozent der Stimmen rechnen.

Die Spitzenkandidaten für die NRW-Wahl
Hannelore Kraft (SPD)Sie hat sich von unten hochgearbeitet - und darauf ist sie stolz. Hannelore Kraft (50) ist ein „Malocherkind“ aus dem Ruhrgebiet, das dank der Bildungsreformen der 1970er Jahre erst eine Banklehre machen konnte und danach in Duisburg und London Wirtschaft studierte. 2010 gelang es ihr, den bis dahin amtierenden Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers abzulösen. Und das, obwohl die SPD mit knappen 5.882 Stimmen hinter dessen CDU lag. Gemeinsam mit den Grünen wagte Kraft das Experiment Minderheitsregierung - und kämpfte in den vergangenen fast zwei Jahren dafür, andere von ihrer vorbeugenden Sozialpolitik zu überzeugen. Im Wahlkampf setzte Kraft vor allem auf den direkten Kontakt zu den Menschen, ob auf der Straße oder im Mönchengladbacher Fußballstadion. Quelle: dpa
Norbert Röttgen (CDU)Sein Intellekt ist unbestritten und immer wieder wird Norbert Röttgen (46) nachgesagt, dass er sich auch die Kanzlerschaft zutrauen würde. Zur Politik kam er über die Nachrüstungsdebatte, arbeitete sich Schritt für Schritt in der CDU nach oben. Seit 2009 ist Röttgen Bundesumweltminister und musste in den zweieinhalb Jahren seiner Amtszeit erst die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke verlängern und nach der Atomkatastrophe von Fukushima dann die Kehrtwende vollziehen. Seit Ende 2010 ist er Landesvorsitzender der CDU in seinem Heimatland Nordrhein-Westfalen. Nach der Auflösung des Landtags Mitte März musste Röttgen früher als eigentlich geplant in den Wahlkampf ziehen. Als Oppositionsführer will der Minister nicht in den Düsseldorfer Landtag einziehen, mit der Unterstützung der Bundeskanzlerin hofft Röttgen auf einen Überraschungscoup. Quelle: dpa
Sylvia Löhrmann (Grüne)Sie gilt als Architektin der rot-grünen Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre sitzt Sylvia Löhrmann (55) für die Grünen im Düsseldorfer Landtag. Dass die gebürtige Essenerin 2010 so sehr für die Koalition mit der SPD kämpfte, dürfte nicht zuletzt an ihrem guten persönlichen Verhältnis zu Kraft gelegen haben. Die frühere Gesamtschullehrerin wurde nicht nur stellvertretende Ministerpräsidentin, sondern auch Schulministerin. Ihr Prestigeprojekt ist der „Schulkonsens“, der den Schulfrieden auch über mögliche Regierungswechsel hinweg sichern soll. Doch am Ende könnte es knapp werden für eine Neuauflage von Rot-Grün. Löhrmann müsste dann wieder auf der Oppositionsbank Platz nehmen. Quelle: dapd
Christian Lindner (FDP)Er ist der Hoffnungsträger einer ganzen Partei. Mit aller Macht klammern sich die Freidemokraten an Rhein und Ruhr an ihren Spitzenkandidaten, der die FDP wieder zurück in die Erfolgsspur führen soll. Christian Lindner (33) hat in der FDP einen steilen Aufstieg hingelegt - mit gerade einmal 30 wurde er Generalsekretär der Bundes-FDP. Zwei Jahre später schmiss Lindner im vergangenen Dezember überraschend hin. Ihm haftete das Image eines Fahnenflüchtigen an. Doch schon im März sorgte er für die zweite Überraschung und übernahm die Spitzenkandidatur der FDP im Landtagswahlkampf. Seitdem hat er es geschafft, die Zustimmung für die Liberalen in den Umfragen immerhin von mageren zwei wieder auf sechs Prozent zu erhöhen. Quelle: dpa
Katharina Schwabedissen (Linke)Komplett neu ist die Spitzenkandidatin der Linken im politischen Geschäft nicht. Schon zu Zeiten der WASG mischte Katharina Schwabedissen (39) ab 2004 kräftig mit und war deren Landessprecherin in NRW. Seit 2008 spricht sie für die gesamte Linke, hatte bislang aber kein Landtagsmandat. Pünktlich zu den vorgezogenen Neuwahlen an Rhein und Ruhr drängte sie in die vorderste Reihe der Partei. Ihr Thema ist die prekäre Lage von Hartz-IV-Empfängern und sozial Schwachen. Die gelernte Krankenschwester pflegt direkte Kontakte zur Anti-Atombewegung und den Occupy-Aktivisten. Den Umfragen zufolge erscheint ein Wiedereinzug der Linken in den Landtag aber unwahrscheinlich. Quelle: dpa
Joachim Paul (Piraten)Zu den Piraten kam er über seinen Sohn. Der Computer-Nerd hatte Joachim Paul (54) vor drei Jahren zum Stammtisch der Neusser Piraten mitgenommen. Zuvor war der promovierte Biophysiker und Medienpädagoge noch nie Mitglied einer Partei. Zwar hatte er in seiner Studienzeit ein paar Flirts mit den bunten Spontibewegungen und nachher mit den Grünen. Aber irgendwie wollte es nie so recht passen. In den vergangenen Jahren ist er im Auftrag des Landschaftsverbandes Rheinland als Medienpädagoge durchs Land gezogen und hat erfahren, an welchen Stellen es beim punkto Bildung hackt. Bewahrheiten sich die Umfragen und die Piraten ziehen nach der Wahl am 13. Mai in den Düsseldorfer Landtag ein, wird Paul im Parlament dieses Wissen einbringen können. Quelle: dpa

+++ 17:39h +++

Auf der Wahlparty der CDU in Düsseldorf sind kurz vor Bekanntgabe der ersten Hochrechnung mehr Journalisten als CDU-Mitglieder. Über 100 Medienvertreter sind vor Ort, Spitzenpolitiker der CDU allerdings haben sich noch nicht sehen lassen. Ein schlechtes Omen?

+++ 17:35h +++

Drei Fragen stehen heute im Fokus: Reicht es für Rot-Grün zur Mehrheit? Zieht die FDP ins Parlament ab? Und: Wie viele CDU-Wähler konnte Umweltminister und CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen trotz eines schwachen Wahlkampfes mobilisieren?

+++ 17:30h +++

Herzlich Willkommen zum Live-Ticker zur NRW-Wahl von WirtschaftsWoche Online. Im größten Bundesland Deutschlands findet die wichtigste Wahl des Jahres statt. Wir berichten von den Wahlpartys der Parteien, sammeln Stimmen und Stimmungen – und präsentieren und analysieren die aktuellen Hochrechnungen.

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