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Lebensmittel Die Verbraucherpreise steigen wieder

Als Coronahilfe wurde die Mehrwertsteuer abgesenkt. Das Ende der Maßnahme im Januar hat nun Folgen: die Bürger müssen vor allem für Lebensmittel wieder tiefer in die Tasche greifen.

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Vor allem Fleischerzeugnisse sind wieder teurer geworden - ebenso wie Obst und Gemüse. Quelle: dpa

Die Rückkehr zum alten Mehrwertsteuer-Niveau hat die Verbraucherpreise in Deutschland im Januar so stark steigen lassen wie seit zehn Monaten nicht mehr. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 1,0 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt an diesem Mittwoch bestätigte. Im November und Dezember waren die Preise noch um jeweils 0,3 Prozent gefallen – so stark wie seit fast sechs Jahren nicht mehr.

„Das Ende der temporären Senkung der Mehrwertsteuersätze wirkt preistreibend“, erklärten die Statistiker. Die Bundesregierung hatte sie in der zweiten Jahreshälfte 2020 von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise von sieben auf fünf Prozent gesenkt, um der Wirtschaft nach der schweren Corona-Rezession auf die Beine helfen. Seit 1. Januar gilt nun wieder das alte Niveau. Lediglich für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen gilt weiter der ermäßigte Satz.

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich zu Jahresbeginn um 2,2 Prozent, nachdem sie im Dezember lediglich um 0,5 Prozent gestiegen waren. Teurer waren vor allem Fleisch und Fleischwaren (plus 3,5 Prozent) sowie Obst (plus 3,2 Prozent) und Gemüse (plus 3,1 Prozent).

Heizöl und Benzin dagegen billiger

Energieprodukte verbilligten sich zwar um 2,3 Prozent zum Vorjahresmonat, aber nicht mehr so stark wie im Dezember mit sechs Prozent. „Neben dem Ende der Mehrwertsteuersatzsenkung wirkte sich vor allem die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe auf die Preise aus“, hieß es dazu. Die Preise für leichtes Heizöl fielen um 13,0 Prozent, die für Kraftstoffe um 2,9 Prozent. Teurer als ein Jahr zuvor waren hingegen Erdgas (plus 2,0 Prozent) und Strom (plus 1,2 Prozent) - trotz gesunkener EEG-Umlage.

Experten zufolge könnte die Teuerungsrate zur Jahresmitte die Zwei-Prozent-Marke überspringen. Die Europäische Zentralbank (EZB) beobachtet die Entwicklung in Europas größer Volkswirtschaft genau, strebt sie doch für die Währungsunion mittelfristig einen Wert von knapp unter zwei Prozent an.

Experten schließen nicht aus, dass in der zweiten Jahreshälfte wegen der Gegenbewegung zur temporären Mehrwertsteuersenkung in Deutschland die Marke von drei Prozent erreicht werden könnte.

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