Leiharbeit IG Metall will Vetorecht der Betriebsräte durchsetzen

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Der Streit zwischen der Zeitarbeitsbranche und der IG Metall spitzt sich zu: Die Gewerkschaft der Metaller fordert jetzt ein Vetorecht der Betriebsräte bei Verhandlungen von Zeitarbeitsfirmen mit den Metallarbeitgebern.

Arbeit bei BMW Quelle: dpa

„Wenn ein Unternehmen zum Beispiel nachweislich Stammarbeitsplätze durch Leiharbeit ersetzen will oder nicht alle Auszubildenden übernimmt, muss es ein Vetorecht der Betriebsräte geben“, fordert IG-Metall-Vizechef Detlef Wetzel. Auch bei der Beschäftigungsdauer von Zeitarbeitern sollten Mitarbeitervertreter künftig mitreden.

Zudem fordern die Metaller von den Arbeitgebern ein neues Lohnmodell. Zu dem normalen Tarif für die Leiharbeit sollen ein „Branchenzuschlag Metall“ und regional differenzierte Einsatzzulagen addiert werden. „Wer wie viel oben drauf bekommt, soll künftig per Betriebsvereinbarung in den Leiharbeitsunternehmen geregelt werden“, verlangt Wetzel.

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Keine Einigung gibt es bislang, ab wann Leiharbeiter künftig die gleichen Löhne wie Stammbeschäftigte erhalten sollen. Die Gewerkschaften wollen Equal Pay am liebsten vom ersten Tag an durchsetzen. Viele Arbeitgeber wünschen indes eine Schonfrist von zwölf Monaten. Ein Zeitarbeiter müsse im Entleihunternehmen immer erst eingearbeitet werden, daher rechtfertige die niedrigere Produktivität auch niedrigere Löhne, argumentieren sie. Die Gewerkschaften sehen das anders. „Entscheidend ist allein die Dauer der Einarbeitungszeit – und die liegt bei manchen Tätigkeiten bei nur einer Stunde“, sagt Wetzel. Er will die Frage an die Betriebe delegieren.

Nur noch bis Ende März haben die Tarifparteien die Gelegenheit, sich zu verständigen. Sollten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften bis dahin nicht auf einen Vertrag einigen, um die gleiche Bezahlung von Zeitarbeitern und Stammbeschäftigten einzuführen, will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen „eine Kommission einsetzen, die das klärt“.

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