Löhne Arbeitskosten in Hamburg deutschlandweit am höchsten

In der Hansestadt müssen Arbeitgeber die höchsten Kosten pro geleisteter Stunde einplanen. Deutliche Unterschiede gibt es jedoch zwischen den Branchen.

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Die Hansestadt ist für Arbeitgeber ein teures Pflaster. Quelle: dpa

Hamburg ist für Arbeitgeber mit Blick auf die Angestellten bundesweit der teuerste Standort. Die Arbeitskosten waren dort 2020 mit 42,85 Euro je geleisteter Stunde am höchsten, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Am niedrigsten waren sie mit 29,27 Euro in Mecklenburg-Vorpommern, während der Bundesschnitt 37,17 Euro betrug. Aber die regionalen Differenzen sorgten nicht mehr wie bisher für „vorrangig Ost-West-Unterschiede“, betonten die Statistiker.

Vielmehr gebe es drei Ländergruppen mit je ähnlich hohen Arbeitskosten. Diese seien am höchsten in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen. Eine mittlere Gruppe bildeten die Länder Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. „Am niedrigsten waren die Arbeitskosten im Jahr 2020 noch immer in den ostdeutschen Flächenländern.“

Deutliche Unterschiede gibt es auch nach Branchen gestaffelt. Die geringsten Arbeitskosten haben demnach Bereiche mit vielen Niedriglöhnern wie Gastronomie (20,57 Euro), Beherbergung (21,46 Euro), der Bereich „Gebäudebetreuung“ sowie Garten- und Landschaftsbau (21,90 Euro).

Mehr als dreimal so hohe Arbeitskosten gab es bei der „Kokerei und Mineralölverarbeitung“ (66,68 Euro) sowie bei Rundfunkanstalten (74,51 Euro). Auffällig ist dem Amt zufolge hier der hohe Anteil der Arbeitskosten, der in die betriebliche Altersversorgung fließt: So zahlten Arbeitgeber in der „Kokerei und Mineralölverarbeitung“ durchschnittlich 13,9 Prozent des Arbeitnehmerentgelts in die betriebliche Altersversorgung ihrer Beschäftigten, bei Rundfunkanstalten sogar 20,1 Prozent.

Zum Vergleich: Im Einzelhandel gingen gerade einmal 0,4 Prozent des Arbeitnehmerentgelts in eine betriebliche Altersversorgung.

Arbeitgeber zahlten weniger für Weiterbildungen

Die Arbeitskosten setzten sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Zu den Bruttoverdiensten zählen das Entgelt für geleistete Arbeitszeit, Sonderzahlungen, vermögenswirksame Leistungen, Sachleistungen sowie Vergütung für nicht gearbeitete Tage, etwa Urlaub oder gesetzliche Feiertage.

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Die Lohnnebenkosten beinhalten Sozialbeiträge der Arbeitgeber samt Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Kosten der beruflichen Aus- und Weiterbildung, sonstige Aufwendungen und die Steuern. Lohnsubventionen mindern die Arbeitskosten. Arbeitgeber zahlten 2020 weniger für Aus- und Weiterbildung als zuvor. Dies könnte auf coronabedingt eingeschränkte Weiterbildungsmöglichkeiten zurückgehen, erklärte das Amt.

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