Luft- und Raumfahrt Bundesregierung kauft EADS-Aktien

Überraschung bei der Aktionärsstruktur von EADS. Die Bundesregierung hat Berichten zufolge die Förderbank KfW beauftragt, Anteile am Raumfahrtkonzern direkt beim französischen Staat zu kaufen.

Die wichtigsten Produkte von EADS und BAE Systems
Das elektrische Miniflugzeug von EADS, Cri-Cri, vor einem Airbus A380 auf der 49sten Paris Air Show auf dem Flughafen Le Bourget Quelle: dapd
Spezialisten des Raumfahrtkonzerns EADS Space Transportation in Bremen arbeiten im Innern eines der diversen Module des ersten vollautomatischen europäischen Raumtransporters "ATV" Quelle: dpa/dpaweb
The first serial-produced German-Franco Combat Helicopter UH-Tiger takes off during the official roll-out ceremony in Donauwoerth Quelle: REUTERS
German Defence Minister Thomas de Maiziere stands in front of a model of the EuroHawk unmanned aerial vehicle (UAV) Quelle: REUTERS
Auf dem Fliegerhorst Laage bei Rostock rollen am 11.09.2009 zwei Eurofighter nach der letzten Kontrolle «Last Chance» zum Start. Quelle: dpa
A U.S. tank and a Bradley fighting vehicle stand at the scene of a suicide car bomb attack on Baghdad's airport road Quelle: REUTERS
A U.S. Army soldier fights from a rooftop stronghold during a battle with insurgents Quelle: AP
A full mockup, of the new U.S. Lockheed Martin , and Britain's BAE Systems Joint Strike Fighter F-35 Quelle: AP
Ein Fernsehteam filmt am Montag, 7.Februar 2005, das Auslaufen des U-Bootes "U 31" der Deutschen Marine Quelle: AP

Deutschland will einem Zeitungsbericht zufolge im Zuge der anstehenden Änderungen im Aktionärskreis des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS direkt Aktien vom französischen Staat kaufen. Das "Handelsblatt" berichtete am Freitag unter Berufung auf deutsche Regierungskreise, beide Regierungen hätten sich auf ein Modell verständigt, nach dem nunmehr die deutsche Staatsbank KfW ein Aktienpaket von drei Prozent von Frankreich übernehmen soll. Damit würde Frankreich seinen Anteil auf zwölf Prozent reduzieren. Die Bundesregierung habe der KfW bereits einen entsprechenden Auftrag erteilt. Zusätzlich würde der Bund 7,5 Prozent kaufen, die derzeit bei einer vorwiegend deutschen Investorengruppe (Dedalus) liegen, hieß es in dem Pressebericht.

Die größten Rüstungsdeals 2012
130 Leopard II-Panzer soll der Rüstungshersteller Krauss-Maffei Wegmann an die Indonesische Regierung liefern. Der Auftrag ist umgerechnet 217 Millionen Euro schwer. Unter Parlamentariern in Deutschland ist der Deal umstritten: Grüne und Linke haben unter Verweis auf die Menschenrechtslage in Indonesien vor dem Geschäft gewarnt. Indonesien hat sich nach dem Abgang des Diktators Suharto 1998 zu einer soliden Demokratie entwickelt. Menschenrechtsorganisationen prangern dennoch die unverhältnismäßige Gewalt der Sicherheitskräfte an, vor allem in der rohstoffreichen Provinz Papua, in der Separatisten kämpfen. Nach einem Bericht der Jakarta Post vom 13. September will das indonesische Verteidigungsministerium außer den Leopard II-Panzern angeblich noch 50 Schützenpanzer des Typs Marder 1A3 sowie zehn Unterstützungspanzer kaufen. Quelle: dapd
Das deutsch-europäische Joint-Venture MBDA - ein Gemeinschaftsunternehmen von EADS, Finmeccanica und und BAE Systems - belieferte Saudi-Arabien im Sommer 2012 mit Luftabwehrsystemen. Dazu zählen 39 mobile Command and Control-Systeme, die auf Zetros-LkW mit gepanzerten Fahrerkabinen von Daimler installiert werden. Weitere 26 mobile Koordinationsposten, mit Radarsystemen von Rheinmetall und angebracht auf Daimler Unimogs U 500, sollen ebenfalls von Riad in Auftrag gegeben worden sein, berichtet das Magazine Jane's Defence Weekly. Zum Kaufpreis wurde nichts bekannt. Saudi-Arabien bestellte in den letzten Jahren unter anderem bereits 84 Kampfflugzeuge des Typs F 15 in den USA. Quelle: dapd
Die indische Tageszeitung India Today berichtet über eine weitere Lieferung von MBDA an die indische Luftwaffe. Im Zuge der Modernisierung sollen die Truppen 51 Mirage-Kampfflugzeuge sowie 500 Luft-Luft-Raketen des Typs MICA mit kurzer und mittlerer Reichweite erhalten. Der Deal hat einen Wert von rund 945 Millionen Euro. Quelle: AP
Das Sultanat Oman wird möglichweise noch in diesem Jahr noch Eurofighter Typhoon von BAE Systems kaufen. Der Konzern bestätigte eine formelle Anfrage von der arabischen Halbinsel. Ein Sprecher der britischen Wirtschaftsförderung der Regierung UK Trade & Investment sagte gegenüber dem Magazin Jane’s jedoch, dass noch in diesem Jahr eine Vertragsunterzeichnung folgen werde. Nach verschiedenen Medienberichten geht es um 24 Eurofighter Typhoon aus den Beständen der Royal Air Force - spekuliert wird, dass der Deal mit fabrikneuen Flugzeugen ergänzt werden soll. Quelle: dpa
Wie Recherchen des Nachrichtemagazins 'Der Spiegel' ergaben, will Pakistan drei deutsche U-Boote kaufen. Auftragswert: rund 1,2 Milliarden Euro. Es handele sich um U-Boote der Klasse 214, gebaut von den Howaldtswerken-Deutsche Werft (HDW) in Kiel, einer Tochter von ThyssenKrupp. Der Bundessicherheitsrat, der solchen Waffenexporten zustimmen muss, erteilte auf Anfrage der pakistanischen Regierung von 2004 zwei Jahre später eine Vorgenehmigung, so dass die Verhandlungen beginnen konnten. Im Jahr 2009 lag ein nahezu unterschriftsreifer Vertrag vor. Doch der Verkauf ist bislang nicht zustande gekommen. Auch Israel habe, so der Spiegel, großes Interesse an deutschen U-Booten. Drei Schiffe seien bereits geliefert, drei weitere sollen bis 2017 übergeben werden. Zudem erwäge Israel, in Deutschland noch drei weitere U-Boote zu bestellen. Nach Informationen des Magazins, sei Kanzlerin Angela Merkel den Israelis weit entgegengekommen. Berlin übernehme nicht nur mit 135 Millionen Euro ein Drittel der Kosten, sondern stunde auch den israelischen Anteil bis 2015. Quelle: dpa
Die Bundeswehr muss hingegen sparen. Bis 2020 will sie nur noch 350 statt der ursprünglich vorgesehenen 405 Schützenpanzer des Typs Puma kaufen. Die Puma-Panzer sollen ab 2014 nach und nach das seit 1971 genutzte Vorgängermodell, den Schützenpanzer Marder, ablösen. Die Herstellerfirmen kämpfen allerdings noch mit technischen Problemen: Mit dem Vertrag gibt das Ministerium ihnen neun Monate mehr Zeit, die Einsatzfähigkeit des Puma nunmehr bis September 2013 nachzuweisen. Quelle: REUTERS
Der Bundessicherheitsrat gab bereits im Juli 2011 grünes Licht für Rüstungsgeschäft mit Algerien. Auftragsvolumen: 10 Milliarden Euro. Im März  unterzeichnete das algerische Verteidigungsministerium einen Vertrag mit ThyssenKrupp Marine Systems über vier Fregatten des Typs MEKO A-200. Die Waffensysteme für die Schiffe liefern u.a. die deutschen Firmen Diehl BGT und Rheinmetall, wie das Magazine Jane’s Defence Weekly im April berichtete. Der Rüstungsdeal beinhaltet darüber hinaus die Produktion des Transportpanzers Fuchs von Rheinmetall und MAN und von Last- und Geländewagen von Daimler sowie die Lieferung von Verteidigungs- und Sicherheitselektronik für den Grenzschutz in Algerien durch die EADS Rüstungssparte Cassidian, Rhode & Schwarz und Carl Zeiss. Quelle: dpa/dpaweb
Der Deal ging der deutschen Rüstungsindustrie durch die Lappen. Indien interessierte sich für rund 120 Kampfflugzeuge. Deutschland ging mit dem europäischen Kooperationsprodukt Eurofighter ins Rennen - und verlor. Der französischen Konzern Dassault setzte sich mit seinem Kampfjet Rafale gegen den Eurofighter und die russische MIG 29 durch. Die Franzosen seien schlicht billiger gewesen ließ das indische Verteidigungsministerium wissen. Nach der jüngsten Erhebung des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI ist Indien mit einem Anteil von 10 Prozent übrigens der größte Waffenimporteur weltweit. Quelle: REUTERS

Eine Folge dieses neuen Modells wäre, dass der Bund nur noch etwa 1,5 Prozent vom deutschen EADS-Großaktionär Daimler erwerben würde. Daimler will schon seit längerem die Hälfte seiner 15-prozentigen Kapitalbeteiligung an EADS verkaufen und verhandelt seit Monaten mit dem Bund über eine solche Transaktion. Wenn der Bund dem Autokonzern weniger Aktien abkaufen würde, könnte Daimler ein größeres Paket frei am Markt verkaufen.

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Vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass Deutschland und Frankreich inzwischen darüber diskutierten, künftig jeweils zwölf Prozent an EADS zu halten. Damit bliebe die deutsch-französische Balance im Aktionärskreis erhalten. Derzeit ist der französische Staat mit 15 Prozent an der Airbus-Mutter beteiligt, während der deutsche Staat - abgesehen von einem Splitteranteil bei der KfW - noch nicht im Aktionärskreis sitzt. Insgesamt halten deutsche und französische Großaktionäre derzeit 22,5 Prozent an EADS, gut fünf Prozent liegen beim spanischen Staat.

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