Managergehälter SPD will Boni-Deckelung nach Schweizer Vorbild

Politiker fordern Regeln gegen Gehaltsexzesse auch in Deutschland. Auch in der deutschen Wirtschaft gibt es Kritik an überhöhten Gehältern und Boni von Managern.

Welche Vorstandschefs ihr Geld wert sind
Kurt Bock, Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF spricht in Mannheim bei einer Hauptversammlung Quelle: dpa
Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns BASF Quelle: dpa
Martin Blessing, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank Quelle: dapd
Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG Quelle: dpa
Norbert Reithofer, Vorstandsvorsitzender von BMW Quelle: dpa
Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG Quelle: dpa
Dieter Zetsche, Vorstandschef Daimler AG Quelle: REUTERS
Michael Diekmann, Allianz-Vorstandsvorsitzender Quelle: dpa
Marijn Dekkers, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG Quelle: dapd
Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Quelle: dpa
Peter Bauer, Vorstandsvorsitzender des Halbleiterproduzenten Infineon Technologie Quelle: dapd
Jürgen Großmann, Vorstandsvorsitzender von RWE Quelle: dpa
Bill McDermott (r) und Jim Hagemann Snabe, Vorstandsmitglieder des Softwarekonzerns SAP Quelle: dpa
Norbert Steiner, Vorstandsvorsitzender der K+S Aktiengesellschaft Quelle: dapd
Reto Francioni, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse Quelle: REUTERS
Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender der Henkel AG Quelle: dapd
Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post mit zwei Mitarbeiterinnen Quelle: dpa
Ulf Schneider, Vorstandsvorsitzender des Medizinkonzerns Fresenius SE Quelle: dpa
Ben Lipps, Vorstandsvorsitzender Fresenius Medical Care Quelle: dpa
Nikolaus von Bomhard, Vorstandsvorsitzender der Münchener Rückversicherung Quelle: dpa

Nach dem Schweizer Votum gegen überzogene Millionenvergütungen für Spitzenmanager fordern auch deutsche Politiker eine Diskussion über Gehaltsgrenzen. „Dass ein DAX-Vorstand 54 mal so viel verdient wie ein Angestellter, ist sachlich durch nichts als Gier zu begründen“, sagte Linken-Parteichefin Katja Kipping den Zeitungen der „WAZ“-Gruppe (Montag). Grünen-Finanzpolitiker Gerhard Schick forderte: „Die schwarz-gelbe Koalition in Berlin sollte dieses Signal ernst nehmen. Wir brauchen auch in Deutschland stärkere Regeln gegen Gehaltsexzesse“.

In der Union wurde das Schweizer Votum als richtungsweisend bezeichnet. Vize-Fraktionschef Michael Fuchs (CDU) sagte der „Berliner Zeitung“ (Montag): „Es ist besser, wenn die Aktionäre entscheiden als wenn sich der Staat einmischt.“ Die Aktionäre seien Miteigentümer ihres Unternehmens und hätten daher kein Interesse, ihm zu schaden. Es handele sich um ein marktwirtschaftliches Modell. Dies könnte man auch so im deutschen Aktienrecht verankern.

SPD-Fraktionsvize Joachim Poß blieb dagegen skeptisch: „Dass sogar ein Land mit liberaler Wirtschaftstradition so abstimmt, macht deutlich, dass das Klima sich wandelt“, sagte er der „Berliner Zeitung“. Die SPD sei allerdings weiter dafür, die Vergütung von Vorständen und die steuerliche Absetzbarkeit von deren Gehältern gesetzlich zu begrenzen. „Viele Aktionäre sind renditegetrieben. Das sind Investoren, Hedgefonds, deren Geschäftsmodell von den perversen Boni bestimmt wird“, sagte er zur Begründung.

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Die Schweizer hatten am Sonntag einem Volksbegehren gegen überzogene Managervergütungen mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Initiative zielt darauf ab, Exzesse bei Bonus-Zahlungen, Abfindungen und Gehältern für Manager börsennotierter Unternehmen durch die Stärkung der Aktionärsrechte zu unterbinden. Über die Höhe von Managervergütungen sollen die Aktionäre jährlich entscheiden können.

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