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Max Otte zur Bundestagswahl 2017 „Mein Gewissen treibt mich zur AfD“

Börsenprofessor Max Otte ist neuer, umstrittener Chef der Werteunion, einem Bündnis Konservativer aus den Unionsparteien. Kurz vor der Bundestagswahl 2017 erklärte er, warum er AfD wählen, aber in der CDU bleiben wollte.

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Dem neu gewählten Chef der CDU-nahen Werteunion, Max Otte, schlägt Ablehnung aus den Reihen der Union entgegen. Die Positionen Ottes teile er nicht, sagte CDU-Parteichef Armin Laschet. „Wir werden mit ihm keine Gespräche führen.“ Grundsätzlich ging er auf Distanz zur Werteunion. Wer da Mitglied sei, organisiere sich außerhalb der Partei, sagte Laschet am Dienstag im Deutschlandfunk. „Sie hat mit der CDU nichts zu tun“, erklärte er. Der 56-jährige Otte steht schon länger für seine Nähe zur AFD in der Kritik. Er selbst hatte 2017 im Interview mit der „WirtschaftsWoche“ angekündigt, er wolle bei der Bundestagswahl die AfD wählen. Wir dokumentieren an dieser Stelle das Interview aus dem Herbst 2017 im unveränderten Wortlaut.

Herr Prof. Otte, Sie wollen bei der Bundestagswahl AfD wählen. Warum?

Diese Bundesregierung schädigt unser Land. Ich möchte meinen Beitrag leisten, dass sich das ändert. Denn was Angela Merkel macht, ist eine Katastrophe. Sie umgeht geltendes Recht und nicht mal das Bundesverfassungsgericht stoppt ihre Politik.

Sie sprechen von der Euro-Rettung.

So ist es. Aber auch von der Flüchtlingspolitik.

Geht es Ihnen um einen Denkzettel für die Kanzlerin oder stimmen Sie auch für die Programmatik der AfD?

Beides. Programmatisch steht die AfD dafür, was ein anständiges CDU-Mitglied vor 30 Jahren als seine Position gesehen hat. Die AfD lebt das Parteiprogramm der CDU – viel mehr als die CDU selbst.

Max Otte twittert, er wähle AfD. Quelle: Presse

Konkret bitte.

Es geht mir um drei Punkte. Erstens: die Einwanderungspolitik. Zweitens: eine Politik für die Mittelschicht. Und drittens: das europäische Haus und Frieden mit Russland. Bei all dem bin ich klar bei der AfD.

FDP-Chef Christian Lindner wirbt für eine neue Entspannungspolitik mit Russland. Weshalb geben Sie nicht ihm Ihre Stimme?

Lindner will sich plötzlich vor der Wahl als Alternative zur AfD positionieren. Für mich ist er ein Gesinnungsakrobat. Er versucht verzweifelt, AfD-Position zu bedienen und Wähler zu gewinnen. Das durchschauen die Menschen.

Zur Person

Die AfD verspricht Steuersenkungen und das Ende der EEG-Umlage. Was gefällt Ihnen am Wirtschaftsprogramm der AfD?

Ich habe mich noch nicht im Detail mit dem Wirtschaftsprogramm der AfD auseinandergesetzt. Ich denke aber, dass die AfD eine Mittelstandspolitik machen wird. Union, SPD und FDP tun das seit Jahren nicht mehr. Dazu gehören Steuersenkungen und eine andere Energiepolitik.

Die AfD hat zu vielen Themen bislang keine Position. Sie hat beispielsweise kein Rentenkonzept. Treibt sie das nicht um?

Das war bei Grünen und Linken zu Beginn nicht anders, bei denen herrschte damals auch Chaos. Natürlich hat die AfD noch nicht jedes Thema zu Ende gedacht. Ich vertraue der aktuellen Spitze, allen voran Jörg Meuthen und Alice Weidel, dass sie liefern werden. Die beiden haben das Herz am rechten Fleck.

Die Gesichter der AfD

Alice Weidel soll in einer E-Mail vor vier Jahren vor einer „Zerstoerung der buergerlichen Gesellschaft“ gewarnt haben und sprach von „kulturfremden Voelkern wie Arabern, Sinti und Roma“. Ihre Stimme für die AfD ist also auch eine Stimme für fremdenfeindliches Gedankengut.

Ich halte diese angebliche E-Mail für einen Fake. Schauen Sie sich Wahlkampfauftritte von Alice Weidel an, hören Sie ihr zu. Das kann sie nicht geschrieben haben.

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