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Medienbericht Bundeswehr lässt Kriegsgerät im Wert von 150 Millionen Euro zurück

Deutschland muss auch nach dem Abzug aus Afghanistan im Jahr 2014 dort weiter Kampftruppen stationiert lassen. Außerdem wird die Bundeswehr Material im Wert von 150 Millionen Euro zurücklassen.

Diese Manager haben gedient
Josef Ackermann Quelle: dapd
Stephan Winkelmann Quelle: REUTERS
Hartmut Mehdorn Quelle: dpa
Thomas Enders Quelle: REUTERS
Alan Lafley Quelle: REUTERS
Björn Gornik Quelle: Nils Hendrik Müller für WirtschaftsWoche
Stefan Schwille Quelle: Klaus Weddig für WirtschaftsWoche

„Die Sicherheitslage in Afghanistan kann einen ängstigen“, sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Kirsch, der „Berliner Zeitung“ (Montagsausgabe). „Zu sagen, wir bräuchten nach 2014 keine Kampftruppe in Afghanistan mehr, mag wahltaktisch schön sein, entspricht aber nicht der Realität.“ Diese sei auch nach 2014 erforderlich, „um hoch beweglich auf Krisen reagieren zu können, die in dieser wackeligen Sicherheitslage ganz schnell entstehen“. Die Kampftruppe sei zudem erforderlich, „um gegebenenfalls unsere eigenen Leute herauszuholen“.

Dagegen sagte der deutsche Isaf-General Michael Matz der „Stuttgarter Zeitung“ (Montag), sollte es zu einem weiteren Einsatz nach 2014 kommen, werde der Bundeswehr keine Kampftruppe mehr entsenden. Sie werde sich vielmehr auf die stationäre Beratung konzentrieren - etwa an Militär- und Polizeischulen. Dies sei schon eindeutig so festgelegt worden. „Dazu muss uns die afghanische Regierung aber noch einladen, ansonsten bleiben wir zu Hause“, sagte der stellvertretende Chef des deutschen Einsatzkontingents. Er sprach sich dafür aus, die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte nach dem Ende des Isaf-Mandats 2014 fortzusetzen: „Es ist sicher noch viel Unterstützung vonnöten.“

Nach Spiegel-Informationen wird die Bundeswehr Material im Neuwert von 150 Millionen Euro zurücklassen - das Gerät soll an die Afghanen übergeben, verkauft oder verschrottet werden. Das betrifft, so das Verteidigungsministerium, rund 42 Prozent der von der Bundeswehr genutzten Geräte. Ein Prozentsatz, der noch ansteigen könnte - das hängt vom Zustand des Materials ab. Eine Rückführung wäre etwa bei einem zwei Jahre alten Geländewagen "Wolf" unwirtschaftlich, weil der Wert "weit unter" dem Anschaffungspreis liege.

Bis Ende 2014 will die Bundeswehr sich aus Afghanistan zurückziehen: Das Kriegsgerät soll bis Mitte 2015 abgeschlossen sein. Das Material wird in etwa 4800 Containern zurückgebracht, vor allem über die Türkei, wo die Bundeswehr einen großen Umschlagplatz eingerichtet hat. Es werden mit 150 Millionen Euro gerechnet - allein für den Flug des Materials in die Türkei. Nach Leipzig direkt wird militärisch sensibles Material geflogen.

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