Michael Vassiliadis Energiewende wird sozialpolitisches Problem

Exklusiv

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) übt Kritik an den gesellschaftlichen Folgen der deutschen Energiepolitik.

Michael Vassiliadis Quelle: dpa

„Die Energiewende entwickelt sich zunehmend zu einem sozialpolitischen Problem“, kritisiert er im Interview das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Ausgerechnet diejenigen, die sich die Installation von Windrädern und Solarfeldern leisten können und damit eine ordentliche Rendite erwirtschafteten, würden von der Allgemeinheit finanziert. „Auf Hochhäusern in Berlin-Neukölln findet man in der Regel keine Solarzellen“, sagt der Gewerkschaftschef.

Vassiliadis fordert ein Aktionsprogramm für sinkende Strompreise: „Wir sollten das Problem grundsätzlich angehen und darauf achten, dass die Erneuerbaren effizient und kostengünstig sind.“ sagt Vassiliadis. Eine Energieversorgung mit Abnahme- und Preisgarantie funktioniere auf Dauer nicht. Es sei auch fraglich, ob Brüssel noch lange mitspiele, warnt der IG BCE-Chef.

Vassiliadis will deshalb die Ökostrom-Umlage von der Mehrwertsteuer befreien: „Das ist ja skurril: Die Stromverbraucher müssen eine Umlage für Ökostrom zahlen und darauf erhebt der Fiskus dann noch Mehrwertsteuer. Hier geht es um eine Größenordnung von rund 1,4 Milliarden Euro.“

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