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Migrationsreport Jeder fünfte Deutsche hat ausländische Wurzeln

Eine neue Studie resümiert: In der Bundesrepublik leben inzwischen mehr als 15,3 Millionen Migranten. Auffallend ist, dass sie sich der einheimischen Bevölkerung immer stärker anpassen.

Vor diesen Problemen stehen die Zuwanderer
Teilnehmer eines Kurses "Deutsch als Fremdsprache" Quelle: dpa
Eine Asylbewerberin wartet in der Zentralen Aufnahmeeinrichtung in Berlin Quelle: dpa
Eine Frau sitzt in einem Flüchtlingsheim in einem Zimmer Quelle: dpa
Ein Flüchtling sitzt vor einer Gemeinschaftsunterkunft der Asylbewerber Quelle: dpa
Verschiedene Lebensmittel liegen in der Asylunterkunft in Böbrach (Bayern) in Körben Quelle: dpa

Ein Fünftel der deutschen Bevölkerung hat ausländische Wurzeln. Im Mai 2011 lebten in Deutschland etwa 15,3 Millionen Migranten beziehungsweise nach 1955 zugewanderte und inzwischen eingebürgerte Deutsche.

Das waren 20 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag auf Basis der Zensus-Daten mitteilte. Darin wurden 800.000 Menschen erfasst.

Mehr als die Hälfte der Menschen mit Migrationshintergrund hat die deutsche Staatsangehörigkeit. Auffallend ist, dass die Bevölkerung mit Migrationshintergrund deutlich jünger ist. Außerdem sind sie zwei- bis dreimal häufiger arbeitslos und haben häufiger keinen Schulabschluss als Bürger deutscher Herkunft.

Die Daten des Mikrozensus wurden von Forscher des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung ausgewertet. Im Vergleich zu einer Studie aus dem Jahr 2009 habe sich die Integration der Menschen mit Migrationsgrund leicht verbessert.

Bemerkenswert fanden die Wissenschaftler, dass jene mit Migrationshintergrund der einheimischen Gesellschaft immer ähnlicher werden. Konkret: Sie werden älter, leben häufiger alleine, gründen seltener Familien und haben weniger Kinder.

In Arbeit
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Mittlerweile ist der Akademikeranteil unter den Zuwanderern deutlich über dem Mittelwert der einheimischen Bevölkerung - bei Bewerbungen haben sie es dennoch schwer. Einer Studie des Forschungsbereichs des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) zufolge werden junge Menschen mit einem Migrationshintergrund bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen diskriminiert.

Für die Studie wurden 3600 Bewerbungen untersucht. Dabei bewarben sich je zwei gleich gut qualifizierte Bewerber auf einen Ausbildungsberuf als Kfz-Mechatroniker und Bürokaufmann. Einer hatte einen deutschen, einer einen türkischen Namen.

Die Rückmeldungen zeigten: Um zu einem Gespräch eingeladen zu werden, musste der Bewerber mit deutschem Nachnamen durchschnittlich fünf Bewerbungen schreiben - ein Bewerber mit türkischem Nachnamen hingegen sieben.

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