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Mimik-Analyse Die große Koalition geht mit Respekt und Sorge in die Zukunft

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Sorge und Kontrolle

Peter Tauber Quelle: Screenshot

Aber nicht nur die Sorgenfalten von Peter Tauber waren aufschlussreich, auch Angela Merkels Gesicht hat einiges verraten. Allgemein lässt sich sagen, dass ihre Atmung schneller als üblich und auch die Blinzelrate erhöht war. Das sind Hinweise darauf, dass Merkels Stresspegel während der Pressekonferenz erhöht war.

Und dann gab es aus mimischer Sicht zwei sehr interessante Szenen. Als Angela Merkel sagt, „Ich werde natürlich dem Bundespräsidenten auch des Weiteren vorschlagen, die von der CSU und SPD heute benannten Minister dann auch zu ernennen.“, kostet es sie erhebliche Anstrengung das Wort „SPD“ auszusprechen. Sie stockt kurz im Sprechen, schiebt dabei den Kiefer nach vorne, hebt den Kinnbuckel an und beißt sich auf die Lippen. Das ist eine typische Bewegung, wenn wir Emotionen kontrollieren möchten. Um welche Emotion es sich hier handelt, lässt sich leider nicht präzise sagen. 

Angela Merkel Quelle: Screenshot

Der Kiefervorstoß ist ein vorsichtiger Hinweis auf Ärger und das Anheben des Kinnbuckels auf Trauer. Auf jeden Fall fällt es ihr sichtlich schwer, den Namen ihres Koalitionspartners auszusprechen. Was zusätzlich auf einen erhöhten Stresspegel hinweist, ist: Exakt in dem Moment, nachdem sie das Wort „SPD ausgesprochen hat, blinzelt sie ein paar Mal schnell hintereinander.

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    Ein paar Sekunden später kam dann direkt die zweite Szene. Sie sagt: „Ich habe gestern schon gesagt, dass die Mitgliederbefragung der SPD sehr erfolgreich war, dass ich gratuliere zu dem Erfolg.“ Während sie das Wort „gratuliert“ sagt, zucken für einen kurzen Moment ihre Augenbrauen-Innenseiten nach oben. Das ist ein Signal für die Emotion Trauer. Insgesamt scheint sie also mit der Situation nicht ganz glücklich zu sein.

    Fazit

    Sowohl in der SPD- als auch in der CDU-Führung sind Signale für Stress und Sorgen in Bezug auf die bevorstehende, gemeinsame Regierungszeit zu sehen. Es wird spannend, wie sich die Situation - auf sachlicher wie auf emotionaler Ebene - in der laufenden Legislaturperiode entwickelt.

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