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Ministercheck Abrechnung mit der Merkel-Regierung

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Rösler & Westerwelle

Philipp Rösler (FDP), Wirtschaftsminister Quelle: dpa

Philipp Rösler

(FDP), 40, Wirtschaftsminister

Sein Jobhopping - nach eineinhalb Jahren aus dem Gesundheits- ins Wirtschaftsressort - bekam dem promovierten Arzt anfangs nicht gut. Das Wirtschaftsministerium hatte sich gerade mit dem FDP-Mittelstandskämpfer Rainer Brüderle angefreundet und erfahren, das sein Stellenwert wieder wuchs. Zwar hatte der junge Niedersachse Erfahrung als Wirtschaftsminister in Hannover gesammelt, musste aber schnell feststellen, dass Landes- und Bundesliga doch recht unterschiedliche Spielklassen sind. Nicht nur, dass in Berlin die mediale Beobachtung dichter und brutaler ist, auch die Themenpalette - Stichwort Außenwirtschaft - ist viel breiter.

Was Rösler in der vergangenen Legislaturperiode erreichte

Das zentrale Thema hatte Rösler anfangs schlicht verschlafen: Bei der Energiewende machte er ein, zwei Anläufe, um den größten Förderunsinn der Erneuerbaren Energien zu unterbinden, dann ließ er davon wieder ab. Mal traute er sich an den damaligen Umweltminister Norbert Röttgen nicht heran (der da noch sehr unter dem Wohlwollen der Kanzlerin stand), mal scheute er vor dem medialen Gegenwind zurück. Als dann Röttgen in Ungnade fiel und Peter Altmaier nachfolgte, wollte er dem Neuen nicht gleich in die Parade fahren sondern zunächst lieber Kollege sein.

Was Rösler in der vergangenen Legislaturperiode verpasste

Verzweifelt stellten die Experten der Energieabteilung im Wirtschaftsministerium fest, dass ihr Chef selbst fertig ausgearbeitete Konzepte einschließlich PR-Kampagnen unbeachtet ließ. Dabei wäre es für Rösler so einfach gewesen. Das ideale Credo: Wir brauchen die Wende zu den Erneuerbaren, aber der Wirtschaftsminister muss darauf achten, dass es finanzierbar bleibt - für die Verbraucher und für die Wirtschaft. Erst zum Ende der Legislaturperiode gab Rösler mehr Gas beim Thema Energiewende. Da hatte er gemerkt, dass Kollege Altmaier auch lieber allein durch die Wendewirren marschiert.

Guido Westerwelle (FDP), Außenminister Quelle: dpa

Guido Westerwelle

(FDP), 51, Außenminister

Guido Westerwelle als Außenminister? Die Zweifel waren beim Amtsantritt des damaligen FDP-Vorsitzenden 2009 groß. Schließlich fiel Westerwelle als Oppositionsführer eher durch Aussagen zur Steuer- und Wirtschaftspolitik auf, denn mit Grundkonzepten zur deutschen Außenpolitik.

Was Westerwelle in der vergangenen Legislaturperiode erreichte

Die ersten Monate im Amt erhärteten die Zweifel: Im UN-Sicherheitsrat, in dem Deutschland 2011 einen nicht-ständigen Sitz innehatte, enthielt sich Deutschland bei der Libyen-Resolution. Neben wirtschaftlichen Sanktionen sollte eine Flugverbotszone über Libyen eingerichtet werden, die die Luftwaffe von Machthaber Gaddafi stoppen sollte. Die USA, Frankreich, Großbritannien und Portugal stimmten zu - Deutschland schlug sich auf die Seite von Ländern wie Russland und China.

Was Westerwelle in der vergangenen Legislaturperiode verpasste

Darüber hinaus erntete Westerwelle Kritik, da er auf seinen Dienstreisen des Öfteren von seinem Lebensgefährten Michael Mronz begleitet wurde. Der Verdacht: Der Eventmanager könnte aus den Trips geschäftliche Vorteile ziehen. Die Folge: Westerwelle stürzte in Umfragen ab. Nie war ein Außenminister unbeliebter. Doch in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode konnte Westerwelle punkten. Er zeigte während des Arabischen Frühlings Präsenz in Nordafrika, mischte sich im Nah-Ost-Konflikt ein und kämpfte für die Reduzierung der Atomwaffen.

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