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Mitbestimmung Die neue Macht der Gewerkschaften

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Ein Metaller mit seinen zwei Quelle: dpa

Zehn Prozent für Arbeitnehmer Bei Opel sollen die Mitarbeiter auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro verzichten und dafür mindestens zehn Prozent der Anteile bekommen. Diese sollen von einer AG treuhänderisch gehalten werden. Aktionäre, Aufsichtsräte und Vorstände sind Gewerkschafter, Betriebsräte und von ihnen bestellte Rechtsanwälte. Mit diesem Modell könnten, sagt ein Beteiligter der Verhandlungen, „sowohl Magna als auch RHJ gut leben“. Sollte Opel doch nicht verkauft werden, werden die Karten neu gemischt. Betriebsratschef Klaus Franz: „Wir sind bereit, Arbeitnehmerbeiträge zu leisten – aber nicht, wenn wir zu 100 Prozent zurück an GM gehen.“

Entscheidung bis Jahresende Bei Daimler soll eine Erfolgsprämie von 1900 Euro je Mitarbeiter in eine Beteiligung umgewandelt werden. Bei 168.000 inländischen Beschäftigten kommen so knapp 320 Millionen Euro zusammen. Dafür könnten die Mitarbeiter rund ein Prozent des Unternehmens erhalten. Betriebsrat, IG Metall und Management wollen die Verhandlungen bis Ende des Jahres abschließen und das Projekt auf der Hauptversammlung im April absegnen lassen; zu lösen sind allerdings noch steuerliche Probleme.

Vetorecht Möglich Bei VW sollen die Mitarbeiter nach der Übernahme von Porsche künftig ein bis fünf Prozent am Konzern halten. Denkbar wäre, dass Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch Aktien an die Belegschaft abtritt. VW-Chef Martin Winterkorn: „Unsere Belegschaften sind entscheidend für den Erfolg des integrierten Automobilkonzerns. Daher ist es richtig, dass sie Anteilseigner am neuen Konzern werden.“ Sollte der Anteil fünf Prozent betragen, wäre eine wichtige Schwelle erreicht: „Dann hätte das Land Niedersachsen zusammen mit den Mitarbeitern eine Sperrminorität und ein Vetorecht bei Werkschließungen – auch wenn das VW-Gesetz fallen sollte“, sagt ein Beteiligter.

Anteile gebündelt Bei Schaeffler sind die Mitarbeiter bereit, auf 250 Millionen Euro pro Jahr zu verzichten – im Tausch gegen Jobgarantien und eine Beteiligung am Unternehmen. Der Anteil könnte rund vier Prozent betragen, schätzt ein an den Verhandlungen beteiligter Insider. Die Gläubigerbanken hätten grundsätzliche Zustimmung signalisiert. Die Anteile sollen gebündelt und von einer Stiftung, Genossenschaft oder einem Verein verwaltet werden.

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