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Nach den Landtagswahlen "Die AfD wird sich auch im Westen etablieren"

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"Die AfD ist eine ernste Konkurrenz"

Sigmar Gabriel sagte gestern, er gehe davon aus, dass Frau Lieberknecht Ministerpräsidentin bleibt. Welchen Einfluss hat er auf die Thüringer SPD?

Offiziell entscheidet der Landesverband, ob die SPD ein linkes Bündnis schmiedet oder weiterhin mit Lieberknecht koaliert. Gabriel hat aber selbstverständlich Einfluss. Wenn er eine solche Aussage macht, will er dem Landesvorstand einen Wink geben. Insofern hat er vielleicht Recht, und Frau Lieberknecht bleibt Ministerpräsidentin.

Kann sich SPD-Spitzenkandidatin Heike Taubert nach der Wahlschlappe überhaupt halten?

Sie hat in der Partei keine starken Rivalen. Zudem wird sie über die Parteigrenzen hinweg geschätzt. Sie hat gute Chancen sich zu halten – trotz der Wahlniederlage.

Stimmen zu den Wahlen in Thüringen und Brandenburg

Die AfD sitzt jetzt im Europarlament und in drei Landtagen. Hat sich die Partei damit in der Bundesrepublik etabliert?

Bei den Landtagswahlen in Thüringen und Brandenburg hat sich eine Tendenz bestätigt, die sich bereits in Sachsen und bei den Europawahlen abzeichnete. Man muss die nächsten Landtagswahlen abwarten. Aber es ist zu erwarten, dass sich die Partei auch in den westlichen Bundesländern etabliert.

Die Konservativen in der CDU begehren auf und wollen inhaltlich stärker mit der AfD auseinandersetzen. Der Kurs des Ignorierens sei gescheitert. Was muss die CDU nun tun?

Die CDU wird um eine stärkere inhaltliche Auseinandersetzung nicht herumkommen. Die AfD ist für sie eine ernste Konkurrenz. Man bekämpft die Konkurrenz nicht, indem man sie ignoriert.

Erste Stimmen fordern nun, die Union könne die AfD nur dann entzaubern, wenn sie ihr eine Koalition anbietet. Halten Sie das für eine sinnvolle Strategie?

Die Koalitionsfrage stellt sich für die Union derzeit nicht. Ihre Parteiführung hat eine Koalition mit der AfD viel zu dezidiert ausgeschlossen. Die CDU wird aber abwarten, wie sich die neue Partei im parlamentarischen Alltag der Landtage und im Europaparlament macht.

Die Wahlbeteiligung war gestern erneut sehr schwach. Werden wir uns auf Landesebene daran gewöhnen müssen, dass die Hälfte der Menschen daheim bleibt?

Bei Landtagswahlen ist insgesamt eine Tendenz zu einer schwächeren Wahlbeteiligung zu beobachten. Die Erfahrung aber zeigt, dass die Wahlbeteiligung immer dann wieder ansteigt, wenn es um kontroverse Richtungsentscheidungen geht – oder wenn populäre Kandidaten mit einem starken Profil zur Wahl stehen.

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