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Nach der Entscheidung Angst vor dem absoluten Rauchverbot

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Bis eine neue Version des Gesetzes auf dem Tisch liegt, gehören kleine Kneipen wie das „Birkeneck“ zu den Gewinnern des Karlsruher Urteils. Bei den Classens können die Gäste jetzt auch ohne Raucherclub qualmen. Doch den Inhabern ist klar: Falls nach 2009 das generelle Rauchverbot kommt, bedeutet es das Ende ihrer Kneipe. „Die Raucher haben einfach keine Lobby“, klagt Ruth Classen. „Wir können uns nicht wehren.“ Dabei seien Nichtraucherkneipen unrentabel.

An die Erfolggeschichten aus Irland, wo absolutes Rauchverbot gilt und die Kneipen trotzdem brechend voll sind, glaubt sie nicht. Sie habe gehört, dass dort der Umsatz um bis zu 30 Prozent eingebrochen sei. Wenigstens sei es jetzt mit der Benachteiligung der kleinen Kneipen vorbei. Am liebsten sähe Classen es aber, wenn jeder Wirt frei einscheiden könnte, ob bei ihm geraucht werden kann oder nicht.

Ein paar Straßenbahnstationen vom „Birkeneck“ entfernt hält sich die Begeisterung über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Grenzen. Die Düsseldorfer Altstadt, wo sich die trinkfreudigen Massen täglich ab der Mittagszeit zuprosten, ist übersät mit Raucherclubs. Die meisten sind groß und servieren Essen. Für sie ändert sich erst mal nichts. Auch Björn Ristau, Inhaber des geräumigen Lokals „Balthasar“, muss seinen Raucherclub weiterführen. Das Urteil könnte ein neues Ungleichgewicht schaffen, fürchtet er, denn die kleinen Kneipen hätten es jetzt leichter. Ristau muss weiterhin jedem Gast, auch den Nichtrauchern, einen Mitgliedsantrag für seinen Raucherclub vorlegen.

Wer nicht bereit ist, seinen Namen und seine Adresse anzugeben, kriegt nicht mal einen Cappuccino. „Sogar manche Stammgäste sträuben sich, ihre Daten zu verraten“, sagt Ristau. Zwei bis zehn Besucher pro Tag verlassen das „Balthasar“ wieder umgehend.

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    Aber ohne den Raucherclub wäre es noch schlimmer. Nach der Einführung des Rauchverbots war das Lokal zehn Tage lang eine Nichtraucherkneipe. Der Verlust war so groß, dass der Raucherclub der einzige Ausweg schien.

    Jetzt wartet Ristau ab, bis Ende 2009 die Gesetzgeber über das Schicksal seines Ladens entscheiden. Am liebsten würde auch er es jedem Wirt überlassen, ob er eine Raucher- oder Nichtraucherkneipe führen will: „Das Rauchverbot schränkt unsere Entscheidungsfreiheit zu stark ein.“ Dass sein Wunsch Wirklichkeit wird, glaubt er aber selbst nicht so recht. „Vielleicht kommt auch wieder eine Richtlinie aus Brüssel und der Nichtraucherschutz wird noch weiter verschärft.“

    Rainer Spenke, Geschäftsführer des Bezirks Nordrhein beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, ist froh, dass NRW seine Raucherclubs vorerst überhaupt behalten darf. „Es werden ja wieder Stimmen laut, die ein absolutes Rauchverbot fordern.“ Das würde nach Spenkes Ansicht zu einem Exodus der Gäste aus den Kneipen in private Garagen und Keller führen. Dort hätten manche Leute Bars, an denen sie dann mit Freunden gemütlich bei Bier und Zigarette sitzen könnten.

    „Dabei muss der Gesetzgeber hier gar nichts regeln“, findet Spenke. Der gesellschaftliche Trend gehe ohnehin zu mehr Nichtraucherschutz, viele Wirte würden schon von alleine auf rauchfreie Kneipen umrüsten.

    Die Classens und Björn Ristau würden wohl ihren Rauchern treu bleiben. Denn sie sind sich sicher: mit einer Kneipe nur für Nichtraucher könnten sie kein Geld verdienen.

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