Nach sechs Monaten Geiselhaft Auf Philippinen freigelassene Geiseln wieder in Deutschland

Nach einem halben Jahr in Geiselhaft sind zwei Entführungsopfer aus dem philippinischen Dschungel in ihre deutsche Heimat zurückgekehrt. Unklar ist, wo sie sich von den Strapazen der vergangenen Monate erholen werden.

Screenshot eines Videos, das die philippinische Terrorgruppe Abu Sayyaf im August 2014 verbreitet hat, zeigt die zwei deutschen Geiseln umringt von vermummten Kämpfern in den Händen der Extremisten.

Zwei auf den Philippinen freigekommene deutsche Entführungsopfer sind wieder in der Heimat. Dies bestätigte am Mittwoch das Auswärtige Amt in Berlin, ohne Details zu nennen. Der 72-Jährige aus dem Rheingau und seine 55 Jahre alte Partnerin befanden sich sechs Monate lang in der Hand der islamistischen Gruppe Abu Sayyaf. Sie waren am Dienstag (Ortszeit) von Manila nach Frankfurt/Main geflogen.

Nach Angaben der Kidnapper wurde für die Freilassung eine Millionensumme gezahlt. Das Auswärtige Amt hatte eine mögliche Lösegeldzahlung nicht kommentiert.

Mitglieder von Abu Sayyaf hatten das Paar zwischen Palawan und Borneo von seinem Segelboot verschleppt. Nach ihrer Freilassung am vergangenen Freitag waren die Deutschen zunächst in einem Marine-Stützpunkt im südphilippinischen Zamboanga versorgt worden. Dann waren sie in die Hauptstadt Manila geflogen.

Abu Sayyaf kämpft im muslimischen Süden der sonst überwiegend katholischen Philippinen für einen eigenen Staat. Die Gruppe, die auch der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) die Unterstützung zugesagt hat, finanziert sich mit Lösegeld.

Mindestens zehn Geiseln sollen derzeit noch in der Gewalt von Abu Sayyaf sein. Vermisst werden unter anderem zwei Vogelbeobachter aus Europa sowie zwei Malaysier und ein Japaner.

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