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Neue Studie Start-ups mit ausländischen Investoren wandern eher ins Ausland ab

Exklusiv
Quelle: imago images

Eine aktuelle Studie zeigt neue Erkenntnisse über deutsche Start-ups und ausländische Geldgeber. Sie dürften nicht jedem gefallen.

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Werden deutsche und europäische Start-ups von ausländischen Investoren finanziert, gehen sie später auch eher ins Ausland. Das zeigt eine noch unveröffentlichte Studie von Wissenschaftlern der TU München (TUM), die der WirtschaftsWoche vorliegt. „Es ist wahrscheinlicher, dass diese Unternehmen an ausländische Strategen verkauft werden oder außerhalb Europas an die Börse gehen“, sagte Reiner Braun, Professor für Gründungsfinanzierung an der TUM und einer der Autoren der Studie, der WirtschaftsWoche. Ausländische Geldgeber investierten auch in innovativere Unternehmen und ermöglichten größere Finanzierungsrunden als inländische.

Die Wissenschaftler haben mehr als 20 000 europäische Finanzierungsrunden seit 1990 untersucht, um herauszufinden, ob Innovationspotenzial verloren geht, wenn ausländische Wachstumsfonds in Deutschland und Europa investieren. Insgesamt zählten sie etwa 880 junge Firmen mit ausländischen Geldgebern, die ihr Heimatland verließen – mehr als die Hälfte der erfolgreichen Start-ups. Von den inländisch finanzierten Unternehmen war es dagegen weniger als ein Drittel.

Stiegen Wagniskapitalgeber aus dem Ausland bei einem jungen Unternehmen ein, betrug die Investition zudem fast vier Mal mehr als bei einer inländisch finanzierten Runde. Es scheiterten auch deutlich weniger Firmen. „Außerdem lässt sich ein Brain-Drain feststellen“, sagte Braun der WirtschaftsWoche. Holen sich Gründer ausländische Investoren an Bord, sind sie später auch häufiger selbst im Ausland tätig: Sechs Jahre nach einem Exit lag die Migrationsrate erfolgreicher Unternehmer mit einem ausländischen Investor bei 22 Prozent, die für inländisch finanzierte Unternehmer dagegen bei knapp zwölf Prozent.

Die Bundesregierung arbeite daran, „weitere Anreize für private Wagniskapitalinvestitionen zu schaffen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) der WirtschaftsWoche – das sei auch Bestandteil seiner Industriestrategie. Altmaier fügte hinzu: „Entscheidend kommt es aber auf die Bereitschaft privater institutioneller Investoren an, sich auf diesem Feld stärker zu engagieren.“ Konkret geht es um die Auflage eines großen nationalen Digitalfonds – gemeinsam mit der Industrie. Dieser soll Versicherungen und Pensionskassen anregen, in Risikokapitalfonds zu investieren.

Sie lesen eine Vorabmeldung aus der aktuellen WirtschaftsWoche. Die ganze Geschichte finden Sie hier.

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