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Neue Umfrage Was die Deutschen am meisten fürchten

Wovor haben die Deutschen Angst? Eine Umfrage von Ernst und Young Quelle: dpa

Das Beratungsunternehmen Ernst & Young hat 1000 Deutsche nach ihrer Stimmung gefragt. Obwohl die meisten zufrieden sind, hat mehr als die Hälfte Angst vor Altersarmut. Und es gibt einen weiteren beunruhigenden Trend.

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Die gute Nachricht vorab: Die meisten Deutschen sind zufrieden mit ihrer finanziellen Situation. Das zeigt eine Umfrage unter 1000 Deutschen, die die Beratungsagentur Ernst & Young (EY) jetzt veröffentlicht hat. Nur knapp jeder Zehnte ist demnach unzufrieden.

Doch da beginnt bereits das Aber, denn voriges Jahr gab es noch drei Prozentpunkte weniger Unzufriedene. Und die Umfrage zeigt noch einen weiteren Trend zum Pessimismus. Demnach fürchten sich immer mehr Menschen vor Altersarmut.

27 Prozent der Befragten machen sich wegen mangelnder Absicherung im Alter große Sorgen, 29 Prozent sind immerhin leicht besorgt. Insgesamt blicken damit 56 Prozent sorgenvoll in die Zukunft – 18 Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr.

„Die Rente ist aus Sicht vieler Deutscher keineswegs mehr sicher“, erklärt Bernhard Lorentz, Leiter des Bereiches Government and Public Sector bei EY. „Das ist angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft alarmierend und sollten ernst genommen werden.“ Das gelte insbesondere in Zeiten, in denen der Niedrigzins die private Vorsorge erschwere.

Es gibt nur zwei Themen, die den Befragten noch mehr Sorge bereiten als Altersarmut, nämlich Umweltverschmutzung und Krankheit. Sieben von zehn Befragten treibt demnach das Thema Umwelt um, 67 Prozent sorgen sich um mögliche Krankheiten. Vergleichsweise wenig Sorgen machen sich die Befragten um ihren Arbeitsplatz: Nur jede Vierte fürchtet dessen Verlust. Am unsichersten sind hier Niedrigverdiener mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 25.000 Euro im Jahr.

Auch bei der Zufriedenheit offenbaren sich große Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Junge sind demnach zufriedener als Alte, Männer zufriedener als Frauen, und – wohl am wenigsten überraschend – Wohlhabende zufriedener als Menschen mit wenig Geld.

Am schlechtesten ist die Stimmung der Umfrage zufolge bei Senioren: Nur jeder Dritte äußert sich zufrieden mit seiner Situation. Lediglich magere sechs Prozent gehen davon aus, dass sich ihre Situation dieses Jahr verbessern wird.

Dass die Deutschen pessimistischer geworden sind, liegt der Studie zufolge neben einem sich ankündigenden Ende des Wirtschaftsbooms auch am Blick ins eigene Portemonnaie. Der sei 2018 schon oft ernüchternd ausgefallen, weil die Inflation so stark angezogen habe wie seit Jahren nicht mehr.

Vor allem Öl und Benzin, aber auch einige Lebensmittel stiegen deutlich im Preis an, wie Thomas Harms, Leiter des Bereichs Consumer Products & Retail, erklärt: „Da blieb bei einigen Bürgern trotz Lohnsteigerungen am Ende weniger Geld im Portemonnaie übrig als vor einem Jahr.“

Die Kombination aus Angst angesichts der Zukunft und steigenden Preisen ist es auch, die viele der Befragten offenbar zu einem Sparkurs verleitet: So wollen 40 Prozent der Befragten weniger für Einzelelektronik ausgeben, 42 Prozent planen weniger Einzelanschaffungen.

Das könnte jedoch ausgerechnet den Trend noch verschärfen, vor dem die Deutschen sich so eigentlich schützen wollen, warnt Harms: „Der Konsum war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Pfeiler des deutschen Aufschwungs. Das könnte sich 2019 ändern.“

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