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Neuer Pflege-TÜV Erste Ergebnisse für 2020 erwartet

Pflegeheim Quelle: dpa

Der aktuelle Pflegeheim-Test ist wenig aussagekräftig. Der neue „Pflege-TÜV“ soll deshalb mehr Klarheit über die Qualität von Pflegeheimen schaffen. Die ersten Ergebnisse werden nun für 2020 erwartet.

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Die Menschen in Deutschland sollen ab 2020 realistische Bewertungen von Pflegeheimen bekommen. Dann könnten erste Ergebnisse neuer Heim-Überprüfungen vorgestellt werden, kündigte Gernot Kiefer vom Vorstand des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung am Mittwoch in Berlin an. Ein Pflege-TÜV, bei dem fast jedes Heim Traumnoten bekommt, bringt nichts“, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Heute reichen die Noten für die einzelnen Heime im Schnitt von 1,1 in drei Bundesländern bis 1,4 in zwei Ländern. „Das werden wir ändern“, versichert Spahn. Im Auftrag des Gesetzgebers ließ die Selbstverwaltung unter anderem aus Kassen und Heimbetreibern Wissenschaftler ein 625 Seiten langes Gutachten darüber schreiben, wie der neue Pflege-TÜV aussehen kann.

Die Wissenschaftler schlugen vor, dass sich die Heimprüfungen viel stärker als heute auf den tatsächlichen Zustand der Bewohner konzentrieren sollen. Das finden die Kassen gut, wie ihr Verband deutlich machte. Statt der heutigen Noten schlagen die Wissenschaftler aber vor, viele Bewertungen einzelner Bereiche in Listen zu veröffentlichen. Das finden die Kassen unübersichtlich. Sie fordern zudem etwas schärfere Maßstäbe bei der Heimbeurteilung als von den Wissenschaftlern vorgesehen.

Auf Basis des Gutachtens werde ein neues Beurteilungs-System entwickelt, erläutert Spahn. „Diesen Prozess werden wir eng begleiten“, kündigt er an. In der Vergangenheit war ein realistischer Pflege-TÜV aus Sicht von Kritikern vor allem daran gescheitert, dass die Heimbetreiber keine schlechten Noten wollten. Sie sitzen in einem Gremium namens Qualitätsausschuss ebenso wie die Kassen wieder mit am Tisch, wenn nun konkret entschieden werden soll, wie das System künftig aussieht. Bis März solle entschieden werden, erläutert Kiefer. Im Streitfall werden unparteiische Experten hinzugezogen mit einem Vorsitzenden als Zünglein an der Waage.

Das neue Verfahren soll eine regelmäßige Erfassung aller möglicher Qualitätskriterien etwa zur Mobilität der Bewohner durch die Heime selbst erfassen - sowie die Ergebnisse von Prüfungen durch die Medizinischen Dienste der Kassen. Diese neu konzipierten Prüfungen sollen im Herbst 2019 starten. Kiefer dämpfte die Erwartung, dass es ganz schnell gehe, bis alle Daten erhoben, ausgewertet und transparent dargestellt werden. Zudem könnten solche Prüf- und Bewertungssysteme nie Fälle von Mängel in der Pflege gänzlich vermeiden, sagt Kiefer.

Der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Kassen, Peter Pick, wirbt aber um Vertrauen in den Wert der ganzen Heim-Überprüfungen durch seine Mitarbeiter. So seien die Zustände in den Heimen, was die Ernährung und das Vermeiden von Wundliegen anbetrifft, vor zehn Jahren deutlich schlechter gewesen. Die gegenwärtigen Prüfungen fließen nicht nur in die Pflegenoten, sondern auch in Qualitätsberichte der Kassen. Hier werden auch Missstände deutlich. Dass die Noten so gut ausfallen, liegt auch daran, dass schlechtere Ergebnisse etwa bei Vorbeugung von Druckgeschwüren durch gute bei Bereichen ausgeglichen werden können, die gar nichts mit der eigentlichen Pflege zu tun haben.

„Mit dem neuen Pflege-TÜV sollen Pflegebedürftige und Angehörige realistisch beurteilen können, welches Heim das beste für sie ist“. sagt Spahn. Zudem müsse er unnötige Bürokratie vermeiden. „Das sind wir den Pflegekräften schuldig.“

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