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Nobelpreisträger Selten "Ich vertraue nicht auf die Stimmung der Märkte"

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Der Euro steckt in der Krise. Quelle: dpa

Haben Sie schon einmal ein ähnliches Experiment durchgeführt?

Ja, wir haben beispielsweise die Situation mit und ohne Währungsunion anhand eines Zwei-Länder-Modells experimentell verglichen. Die Versuchspersonen haben die Rollen der Regierungen, Zentralbanken, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und Unternehmen der beiden Länder eingenommen.

Und was war das Ergebnis?

Wir konnten zeigen, dass eine Währungsunion zwar Vorteile hat. Allerdings konnten diese auch ohne Währungsunion durch eine Zusammenarbeit der Zentralbanken erreicht werden. Je besser die Zentralbanken auf stabile Wechselkurse geachtet haben, desto höher war die durchschnittliche Wettbewerbsfähigkeit beider Länder.

Warum gibt es nicht mehr solcher Versuche, etwa zur Analyse von Schuldenkrisen?

Denkbar wären Experimente, die sich mit dem Vergleich verschiedener Institutionen zur Verhinderung solcher Krisen befassen. Dafür bräuchte man mehr als 500 Teilnehmer und etwa zwölf Versuche für jedes Szenario. Den Laboratorien fehlt dafür Infrastruktur und Personal. Für so etwas bedarf es der Unterstützung der Politik, auch finanziell.

Überlebt der Euro?

Ich halte den Euro für ein sehr erfolgreiches Projekt, das wird auch so bleiben. Dennoch lässt sich nicht ausschließen, dass verschuldete Staaten wie Griechenland auf lange Sicht aus der Euro-Zone aussteigen. Auch diese Frage ließe sich übrigens experimentell untersuchen.

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