NRW-Landtagswahl Umfrage sagt Kopf-an-Kopf-Rennen voraus

Lange sah es so aus, als sei der SPD der Wahlsieg in Nordrhein-Westfalen nicht zu nehmen. Das ist nicht mehr so sicher.

Diese Bundesländer wachsen am stärksten
Platz 16: Sachsen-AnhaltDas malerische Schloss in Werningerode zeugt von deutlich glanzvolleren Epochen in Sachsen-Anhalt: das Bundesland liegt beim Bruttoinlandsprodukt auf dem deutschlandweit letzten Platz. Seit 2010 wuchs das BIP lediglich um 9,5 Prozent, am gesamtdeutschen Bruttoinlandsprodukt macht Sachsen-Anhalt nur 1,9 Prozent aus. In Zahlen betrug es zuletzt 56,2 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Platz 15: Mecklenburg-VorpommernEbenfalls auf den hinteren Plätzen landet Mecklenburg-Vorpommern. Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in dem nordostdeutschen Bundesland. Zwar konnte das Bruttoinlandsprodukt hier seit 2010 um 14 Prozent zulegen, allerdings macht die mecklenburg-vorpommerische Wirtschaftskraft nur 1,3 Prozent des bundesweiten Bruttoinlandsprodukts aus. Das macht rund 40 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Platz 14: Nordrhein-WestfalenDeutschlands einwohnerstärkstes Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt zwar mit einem Bruttoinlandsprodukt von über 645 Milliarden Euro an der Spitze der 16 deutschen Bundesländer, allerdings wuchs die Wirtschaftskraft 2015 im Vergleich zum Vorjahr lediglich um zwei Prozent – 2014 waren es noch 3,6 Prozent. Betrachtet man den Zeitraum von 2010 bis 2015, stellt sich ein Wachstum von 14 Prozent ein. Am bundesweiten BIP hat Nordrhein-Westfalen einen Anteil von 21,3 Prozent. Quelle: dpa
Platz 13: Rheinland-PfalzAuch das Nachbarland Rheinland-Pfalz steht im bundesweiten Vergleich nicht besonders gut da. Seit Jahren stagniert der Anteil am bundesweiten Bruttoinlandsprodukt. Zwar konnte das BIP im Zeitraum von 2010 bis 2015 um 15,4 Prozent wachsen, dieser Wert ist in den meisten anderen Bundesländern aber deutlich besser. Im direkten Vergleich zum Vorjahr wuchs die rheinland-pfälzische Wirtschaftskraft 2015 nur um 3,4 Prozent. Das Gesamt-BIP betrug knapp 132 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Platz 12: HamburgGanz so romantisch, wie dieses Bild vermuten lässt, sind die Zahlen in Hamburg nicht. Das Bruttoinlandsprodukt lag im Jahr 2015 bei 109 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies ein Wachstum von 3,9 Prozent, betrachtet man den Zeitraum von 2010 bis 2015 wuchs Hamburgs Wirtschaftskraft um 15,5 Prozent. Am gesamtdeutschen BIP hat Hamburg einen Anteil von 3,6 Prozent. Quelle: dpa
Platz 11: SaarlandHinter diesen Mauern wird auch die Wirtschaftspolitik des Saarlandes gemacht – und die Zahlen lassen noch Luft nach oben. Im Jahr 2015 betrug das Bruttoinlandsprodukt des Saarlandes etwa 35 Milliarden Euro, ein Plus von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit 2010 wuchs das BIP um 15,6 Prozent. Am bundesweiten BIP hat das Saarland einen Anteil von 1,2 Prozent – das ist nach Bremen der zweitniedrigste Wert. Quelle: dpa
Platz 10: Schleswig-HolsteinAuch Schleswig-Holstein liegt in der zweiten Hälfte des Rankings der wachstumsstärksten Bundesländer. Im Jahr 2015 betrug das BIP im nördlichsten deutschen Zipfel 85,6 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Wirtschaftskraft um 3,4 Prozent, im Vergleich zu 2010 sind das 15,8 Prozent. Am bundesweiten Bruttoinlandsprodukt hat Schleswig-Holstein somit einen Anteil von 2,8 Prozent. Quelle: dpa
Platz 9: NiedersachsenDas Welfenschloss Marienburg bei Hannover ist eines der Wahrzeichen des norddeutschen Bundeslandes Niedersachsen und Zeuge einer Epoche, als hier die britischen Könige aus dem Hause Hannover residierten. Die Wirtschaftszahlen der Realität lassen noch deutlich Luft nach oben: die Gesamtwirtschaftsleistung lag 2015 bei über 258 Milliarden Euro, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von vier Prozent. Im Vergleich zu 2010 legte das BIP in Niedersachsen um 16 Prozent zu – am gesamtdeutschen BIP hat Niedersachsen somit einen Anteil von 8,5 Prozent. Quelle: dpa
Platz 8: HessenDer Frankfurter Flughafen ist eines der Zugpferde der hessischen Wirtschaft. Mit einem BIP von 263,4 Milliarden Euro und einem Wachstum von 3,8 Prozent zwischen 2014 und 2015, sowie einem Wachstum von 18,2 Prozent zwischen 2010 und 2015 liegt Hessen im bundesweiten Mittelfeld. Am deutschen Bruttoinlandsprodukt hat Hessen einen Anteil von 8,7 Prozent. Quelle: dpa
Platz 7: BrandenburgIm brandenburgischen Landtag in Potsdam dürfte man über die Wirtschaftszahlen durchaus erfreut sein: das eher strukturschwache Bundesland konnte sein Bruttoinlandsprodukt von 2010 bis 2015 um 16,5 Prozent auf 65,2 Milliarden Euro verbessern. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Wirtschaftskraft um 4,7 Prozent. Damit hat Brandenburg einen Anteil von 2,2 Prozent am gesamtdeutschen BIP. Quelle: dpa
Platz 6: ThüringenAuch Thüringen konnte seine Wirtschaftskraft in den vergangenen Jahren deutlich verbessern. Zwar hat die Wirtschaft des Landes einen Anteil von nur 1,9 Prozent am bundesweiten BIP, allerdings konnte Thüringen sein Bruttoinlandsprodukt von 2010 bis 2015 um 17,8 Prozent verbessern und von 2014 bis 2015 um 3,3 Prozent. Zum Vergleich: die bundesweite Wirtschaftskraft wuchs zwischen 2010 und 2015 um 17,3 Prozent. Insgesamt beträgt das Bruttoinlandsprodukt Thüringens 56,8 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Platz 5: BremenAuch Deutschlands kleinstes Bundesland konnte seine Wirtschaftsleistung deutlich verbessern. So wuchs das Bruttoinlandsprodukt zwischen 2010 und 2015 um 18,2 Prozent, betrachtet man den Zeitraum zwischen 2014 und 2015 sind es 4,9 Prozent. Insgesamt betrug das BIP Bremens im Jahr 2015 rund 31,5 Milliarden Euro. Am bundesweiten Bruttoinlandsprodukt hat Bremen somit einen Anteil von 1,0 Prozent. Quelle: dapd
Platz 4: SachsenEin weiteres ostdeutsches Bundesland mit guten Wirtschaftszahlen ist Sachsen. Von 2010 bis 2015 wuchs das Bruttoinlandsprodukt hier um 18,5 Prozent, zwischen 2014 und 2015 um 3,7 Prozent. Insgesamt kommt Sachsen auf ein BIP von 112,6 Milliarden Euro und hat damit einen Anteil von 3,7 Prozent am gesamtdeutschen Bruttoinlandsprodukt. Quelle: dpa
Platz 3: Baden-WürttembergDie guten Absatzzahlen der in Stuttgart beheimateten Automobilhersteller Daimler und Porsche dürften die baden-württembergische Wirtschaftskraft positiv beeinflusst haben. Das süddeutsche Bundesland schafft es mit einem BIP von 460,7 Milliarden Euro, einem Wachstum von 19,7 Prozent zwischen 2010 und 2015 sowie einem Wachstum von 5,4 Prozent zwischen 2014 und 2015 auf das Siegertreppchen der wachstumsstärksten Bundesländer. Am bundesweiten Bruttoinlandsprodukt hat Baden-Württemberg einen Anteil von 15,2 Prozent. Quelle: dpa
Platz 2: BerlinEntgegen der desolaten finanziellen Situation kann Berlin in puncto Wirtschaftswachstum 14 andere Bundesländer in den Schatten stellen. Im Vergleich zu 2010 wuchs die Berliner Wirtschaftskraft bis 2015 um 20,2 Prozent, im Vergleich zu 2014 legte die Wirtschaftskraft um 5,4 Prozent zu. Insgesamt beträgt das Bruttoinlandsprodukt Berlins 124,1 Milliarden Euro – das bedeutet einen Anteil von 4,1 Prozent am bundesweiten BIP. Quelle: dpa
Platz 1: BayernNicht nur die Fassaden der bayerischen Landeshauptstadt München strahlen in der Abendsonne – auch die Wirtschaftszahlen können sich sehen lassen. Mit einem Wachstum von 22 Prozent zwischen 2010 und 2015, sowie 4,3 Prozent zwischen 2014 und 2015, liegt Bayern bundesweit an der Spitze der am stärksten wachsenden Bundesländer – betrachtet man das Bruttoinlandsprodukt. Dieses lag 2015 bei 549,2 Milliarden Euro und bescherte Bayern somit einen Anteil von 18,1 Prozent am bundesweiten BIP. Quelle: dpa

Drei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich nach einer Umfrage ein überraschendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Union ab. In den bisherigen Umfragen hatte die SPD deutlich vor der CDU gelegen. In der am Sonntag veröffentlichten Befragung von Infratest dimap im Auftrag des WDR-Magazins „Westpol“ kommen aber beide Parteien auf 34 Prozent. Die CDU legte dabei gegenüber der letzten WDR-Umfrage von vor einem Monat um vier Prozentpunkte zu, die SPD büßte drei Punkte ein. Die FDP könnte demnach mit 10 Prozent (letzte Umfrage: 9 Prozent) rechnen. Die Grünen kämen unverändert auf 6, die Linken auf 5 Prozent. Die AfD büßte einen Punkt ein und landet bei 8 Prozent.

Damit ist die rot-grüne Regierungskoalition weiter deutlich von einer Mehrheit im Landtag entfernt. Neben einer großen Koalition wäre demnach ein Dreierbündnis aus CDU, FDP und Grünen möglich. Das sogenannte Jamaika-Bündnis haben aber die Grünen weitgehend ausgeschlossen. Rot-Rot-Grün hätte aktuell keine Mehrheit.

Die CDU setzt in den letzten drei Wahlkampfwochen besonders auf das Thema Sicherheit. Bei einer Kundgebung zum Start der heißen Phase am Samstag in Düsseldorf warfen prominente Christdemokraten aus Bund und Ländern der rot-grünen Regierung von Hannelore Kraft (SPD) Versagen vor allem in der Sicherheitspolitik vor.

CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet sagte, er wolle die Sicherheitsarchitektur des Landes neu ordnen. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier mahnte, die innere Sicherheit müsse Chefsache sein. Bouffier kritisierte die nordrhein-westfälische Landesregierung wegen der hohen Kriminalitätsbelastung. Die neue Saar-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer bezeichnete den amtierenden NRW-Innenminister Ralf Jäger als größtes Sicherheitsrisiko im eigenen Land.

Jäger werden von der Opposition seit längerem Versäumnisse bei der inneren Sicherheit vorgeworfen - etwa beim Umgang mit dem als Gefährder eingestuften Attentäter Anis Amri. Der Tunesier hatte am 19. Dezember in Berlin den bislang schwersten islamistischen Anschlag auf deutschem Boden mit zwölf Toten verübt.

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