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NRW-Landtagswahl Zittern um den forschen Jürgen

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Die Globalisierung fordert NRW heraus

Die Partei muss sich die Frage stellen, ob sie den entscheidenden Termin verschlafen hat. Zu lange vertraute Jürgen Rüttgers allein dem Amtsbonus und seiner überzeugend verkörperten Rolle als Landesvater. Ein staatstragender, versöhnlicher und präsidialer Stil nach dem bewährten Vorbild des Bundestagswahlkampfs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schien ihm als ausreichende Strategie, die sicher geglaubte Wiederwahl zu schaukeln.

Doch dann entpuppte sich eine von vielen unterschätzte SPD-Herausforderin Hannelore Kraft als ehrgeizige und ebenbürtige Rivalin - während die NRW-CDU über peinliche Pannen stolperte. Im Dezember musste Generalsekretär Hendrik Wüst dem nordrhein-westfälischen Landtag jahrelang zu Unrecht kassierte Zuschüsse zur Krankenversicherung zurückzahlen. Sein Posten wackelte, aber der Parteigeneral rettete sich über die Weihnachtsferien.

Im Februar jedoch war endgültig Schluss für den wüsten Hendrik: Nach der Sponsoring-Affäre „Rent a Rüttgers“ blieb ihm nur der Rücktritt. Das dubiose Angebot der Partei an Unternehmer, gegen Geld Einzelgespräche mit dem Ministerpräsidenten zu buchen, ramponierte auch den sonst soliden Ruf des NRW-Regierungschefs.

Zuwenig Antworten

Von der aufstrebenden Herausforderin und PR-Pannen unter Druck gesetzt, schaltete der forsche Ministerpräsident auf volksnahen und kämpferischen Wahlkampf um – und schlug dabei teils über die Stränge. Vor einer staunenden Menge geißelte er die Arbeitsmoral der Rumänen, die anders als fleißige Nordrheinwestfalen Probleme mit Disziplin und Pünktlichkeit hätten. Dann erklärte er mit hochgekrempelten Hemdsärmeln, mit welch rabiaten Mitteln er chinesische Investoren an den Rhein holen wollte.

Auch wenn der brachiale Rüttgers-Stil wohl so manchem knorrigen NRW-Wähler Respekt eingeflößt hat – die Antworten auf drängende Fragen der Globalisierung im international verflochtenen Nordrhein-Westfalen blieb der Ministerpräsident mit seinen Klischees und Polarisierungen schuldig.

Eine neue Regierung muss sich den Herausforderungen der Weltwirtschaft deshalb mit moderneren Lösungen stellen. Sonst ergeht es ihr bei der nächsten Landtagswahl genauso wie den Verlierern vom Wochenende.

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