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NRW-Wahl Die Anti-Helden der FDP greifen an

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Lindner als Rösler-Nachfolger?

Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler, Generalsekretär Patrick Döring, Spitzenkandidat Christian Lindner Quelle: dpa

Ein Thema, über das Lindner reden will, ist der Haushalt. Der 33-Jährige wettert gegen die SPD-Ministerpräsidentin und „Schuldenkönigin“ Hannelore Kraft, er spricht von „griechischen Verhältnissen“ an Rhein und Ruhr. „Ganz Europa hat erkannt, dass Schulden schädlich sind. Nur eine Landesregierung in ganz Europa glaubt, sie wisse es besser.“ Behauptungen der Sozialdemokraten, es sei kein Geld zum Sparen da, seien schlichtweg falsch. „Trotz Rekordsteuereinnahmen für Bund und Länder macht NRW Rekordschulden. Ich habe den Eindruck: Der Staat kann gar nicht genügend Geld haben, als das die Sozialdemokraten damit haushalten können“, so Lindner.

Die Basis in Duisburg ist begeistert und johlt. Und auch die rund 50 FDP-Sympathisanten, die auf der Gäste-Tribüne Platz genommen haben, sind von Linders Rede angetan. „Endlich betont mal wieder eine die wahren Werte der FDP. Die Partei steht für solides Wirtschaften, für Freiheitsdenken und liberale Bürgerrechte. Das verkörpert Lindner in Perfektion“, sagt Sibylle Kneissel. „Solche Worte hätte ich mir schon längst mal aus Berlin gewünscht", ergänzt Herbert Reichelt, Selbständiger aus dem Rheinland. „Wenn einer die Trendwende schaffen und die FDP in den Landtag führen kann, dann Lindner.“

FDP will ein Signal senden

Gelingt dem NRW-Spitzenkandidaten das, hat er zwar mutmaßlich vier Jahre in der Opposition im Düsseldorfer Landtag vor sich – aber auch die Chance, bundespolitisch neu angreifen zu können. Lindner weiß das und sorgte bereits vor: Zusätzlich zu der Spitzenkandidatur übernimmt der Ex-Generalsekretär künftig auch den Vorsitz der nordrhein-westfälischen Landespartei. Diesen rapiden Machtzuwachs hat er dem Noch-Chef Daniel Bahr abgetrotzt. Der zeigte sich in Duisburg gelassen: „Wir wollen den gemeinsamen Erfolg. Wir wollen aus NRW heraus ein Signal senden, dass mit der FDP deutschlandweit wieder zu rechnen ist“.

Der schleswig-holsteinische FDP-Querdenker Wolfgang Kubicki sieht in Lindner gar bereits den künftigen Bundesvorsitzenden der Liberalen. „Er weiß selbst, dass dies im Prinzip irgendwann auf ihn zulaufen wird“, so Kubicki gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Um das zu schaffen, greift Lindner auch die Piraten an, die sich ebenfalls als liberale Partei und somit als Konkurrenz präsentieren. Es gebe einen Punkt, in denen sich Überzeugungen von FDP und Piratenpartei überschneiden: die Verteidigung der Privatsphäre und das Eintreten gegen die Vorratsdatenspeicherung, so Lindner.

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