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Nürburgring Beschwerde soll Verkauf stoppen

Exklusiv

Beim Nürburgring-Verkauf gibt es offenbar einen Favoriten – aber auch zunehmende rechtliche Auseinandersetzungen. Die EU-Kommission muss sich mit einer neuen Beihilfebeschwerde auseinander setzen. Die könnte den kompletten Verkaufsprozess kippen.

Der komplette Verkaufsprozess des Nürburgrings könnte kippen. Quelle: dpa

Otto Flimm merkt man seine mittlerweile 84 Jahre kaum an, er wirkt munter und agil, ein angenehmer Gesprächspartner vom Typ rheinische Frohnatur, stets für einen Scherz zu haben. Doch wenn es um den Nürburgring geht, versteht der Spirituosenunternehmer und ADAC-Ehrenpräsident aus Brühl bei Köln längst keinen Spaß mehr. „Wir können nicht akzeptieren, dass der Nürburgring durch weitere fatale Fehler seiner Zukunft beraubt wird“, sagt Flimm mit einer Mischung aus Ärger und Kampfeslust in der Stimme.

Seit Jahrzehnten kämpft Flimm für den Erhalt der Motorsport-Kultstätte, er sammelte Millionen für den Bau des Grand-Prix-Kurses,  auf dem die Formel-1-Rennen stattfinden, oder für die Sicherheit der legendären Nordschleife, der Grünen Hölle. Aktuell stemmen sich Flimm und der von ihm initiierte Verein „Ja zum Nürburgring“ gegen den anstehenden Verkauf des „Rings“, der sich seit seinem Bau 1927 stets im Besitz der öffentlichen Hand befunden hat. Den Verkauf will der Verein jetzt mit einer Beihilfebeschwerde bei der EU-Kommission in Brüssel stoppen.

Das Nürburgring-Desaster

Capricorn aktuell offenbar Favorit

50 Seiten umfasst der Schriftsatz, der der WirtschaftsWoche vorliegt. Ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia bestätigte den Eingang der Beschwerde. Die Forderungen haben Sprengpotenzial. „Wir haben keinen anderen Weg gesehen als zu verlangen, dass der Verkaufsprozess komplett neu konzipiert werden muss“, sagt Flimm, „da ist zu viel Geheimniskrämerei und Schönfärberei drin. Hier muss mehr Ehrlichkeit rein.“

Wer der künftige Eigentümer sein soll, ist noch einigermaßen nebulös. Im Dezember lief die Frist für die Abgabe verbindlicher Angebote ab, wie viele tatsächlich eingegangen sind, haben die Insolvenzverwalter bisher noch nicht mitgeteilt. Nach WirtschaftsWoche-Informationen soll der Düsseldorfer Automobil- und Motorsportzulieferer Capricorn aktuell mit einem Angebot von etwa 50 Millionen Euro der Favorit sein. Am Montag vergangener Woche stellte sich eine Capricorn-Abordnung am Nürburgring bereits Führungskräften vor und führte Gespräche mit Mitarbeitern. Die Insolvenzverwalter lehnten auf Nachfragen dazu einen Kommentar ab.

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