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Nürburgring-Desaster Steuerzahler muss für Becks Illusionen blechen

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Offene Zukunft

Demonstranten am Ring Quelle: dapd

Wie es an der Strecke weiter geht, ist in vieler Hinsicht offen. Sicher ist, dass die EU-Kommission eine Privatisierung der Hotels und Freizeitanlagen verlangt. Ob auch die Strecken – die legendäre Nordschleife und die Grand-Prix-Strecke – verkauft werden müssen, ist offenbar noch nicht klar. „Da kann man sich eine Menge vorstellen, aber ich will jetzt nicht darüber spekulieren“, sagte Beck. Wenn ein Insolvenzverwalter Erlöse haben will, sind allerdings die für sich genommen profitablen Rennstrecken am ehesten zu Geld zu machen.

Wie der Betrieb der Strecke weiter organisiert wird, ist Sache des Insolvenzverwalters. Im seit Monaten andauernden Streit um ausstehende Pacht mit den privaten Betreibern der Strecke – der Nürburgring Automotive GmbH der Düsseldorfer Lindner-Hotelgruppe und des Düsseldorfer Projektentwicklers Kai Richter – ist laut Innenminister Roger Lewentz eine unterschriftsreife Vereinbarung gefunden worden. Sie konnte nur mangels Zustimmung aus Brüssel noch nicht unterzeichnet werden, teilte die Regierung mit. Dem Insolvenzverwalter stehe es allerdings frei, ob er die ausgehandelte Vereinbarung aufgreift oder nicht.

Offen ist derzeit auch die Zukunft von diversen Rennveranstaltungen auf dem Nürburgring. Unter anderem ist der Vertrag für das prestigeträchtige 24-Stunden-Rennen ausgelaufen, dass der ADAC veranstaltet. Man sei zuversichtlich, die Veranstaltungen auf dem Ring halten zu können, hieß es in Mainz – neben Rennen auch das Musikfestival „Rock am Ring“. Innenminister Lewentz äußerte sogar die Hoffnung, dass auch die Formel 1 eine Zukunft auf dem Nürburgring haben könnte. Mehr als ein paar wolkige Floskeln hatte er aber nicht dabei. Bernie Ecclestone habe ihm in einem Telefonat gesagt, er sei sehr daran interessiert, weiter auf dem Nürburgring zu fahren, teilte Lewentz mit. Ein konkretes Angebot von Ecclestone konnte er jedoch nicht übermitteln.

Deutschland



Bisher wechselte der Große Preis von Deutschland jährlich zwischen dem Nürburgring und dem Hockenheimring. Am kommenden Sonntag findet das nächste Rennen auf dem Hockenheimring statt. Doch während die badische Rennstrecke noch einen Vertrag für die Rennen 2014, 2016 und 2018 hat, war der Grand Prix 2011 der letzte nach den bisherigen Verträgen auf dem Nürburgring. In Hockenheim gibt es inzwischen Überlegungen, das Rennen nach der Nürburgring-Insolvenz wieder jährlich auszurichten.

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    Die Landesregierung könnte freilich auch nichts dafür, wenn das F1-Rennen abwandern würde. Stattdessen merkte Beck süffisant an, man überlege sich politische Strategien, da ja die meisten Rennstrecken in Europa in öffentlichem Besitz seien. Da könne die EU-Kommission doch nicht mit zweierlei Maß messen…

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