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Nürburgring-Verkauf Die große Koalition gegen die Regierung

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Verein „Ja zum Nürburgring“ stemmt sich gegen die Verkaufspläne

Problembauten am Nürburgring
Freizeit-, Gastronomie- und Hotelkomplex
Ring-Racer
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Grüne Hölle
Hotels

Auch der Verein „Ja zum Nürburgring“ stemmt sich gegen die Verkaufspläne. Er machte schon gegen die Privatisierung unter Lindner und Richter Druck, hat eine Beschwerde in Brüssel eingereicht und wirbt nun bei der Kommission dafür, die Sportstätten gesondert zu betrachten. Für den kommenden Dienstag organisiert der Verein eine Demonstration mit Autokorso in Mainz. In sozialen Netzwerken, Blogs, Foren organisieren sich die Teilnehmer, mit der Langstreckenrennserie VLN hat auch eine der für den Nürburgring wichtigsten Veranstalter seine Unterstützung für die Demo angekündigt. Andere Rennserien, Teams, Fahrer, Verbände haben sich angeschlossen. Und auch regionale Unternehmer, die von der Anziehungskraft der Rennstrecke leben.
Regierungsvertreter ducken sich weg
Dem immer lauter werdenden Protest wird die Landesregierung vor der eigenen Haustür in Mainz nicht so leicht ausweichen können wie der Mitgliederversammlung von „Ja zum Nürburgring“ vor zwei Wochen in Nürburg. Mehrere Regierungsmitglieder waren eingeladen, unter anderem auch Ministerpräsidentin Dreyer und ihre Stellvertreterin Eveline Lemke (Grüne), der für den Nürburgring zuständige Innenminister Roger Lewentz (SPD) und SPD-Fraktionschef Hendrik Hering.

Dem Verein um seinen Vorsitzenden, den früheren ADAC-Chef Otto Flimm, stieß bitter auf, dass alle eingeladenen Regierungsvertreter absagten, mitunter sogar recht kurzfristig. Eine Unterschriftenliste gegen den Verkauf konnte der Verein deshalb nicht überreichen. Das soll nun am Dienstag im Rahmen der Demo nachgeholt werden. „Wir werden die Liste dabei haben“, sagt Versammlungsleiter Werner Lenhard, „wenn sich jemand traut, die Liste entgegenzunehmen, überreichen wir sie. Wenn nicht, geben wir sie vielleicht in der Staatskanzlei an der Pforte ab. Uns wird schon was einfallen!“ Logisch ist dagegen, dass Oppositionschefin Julia Klöckner ihr Kommen angekündigt hat.
ADAC droht offen mit Abzug
Der ADAC betont die Unabhängigkeit des Vereins Ja zum Nürburgring, unterstützt dessen Ziele aber ausdrücklich. Meyer sieht die Landesregierung in der Pflicht, „dafür zu sorgen, dass die Sportveranstalter sich halten können, dass sich die Industrie weiterhin wohl fühlt. Der ADAC hat die Erwartungshaltung, dass die Landesregierung alles unternimmt, dass mit den Rennstrecken der Kernbereich des Nürburgrings in seiner Funktion erhalten bleibt.“

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Um dem Ring in der schwierigen Phase nach der Insolvenz im Sommer 2012 zu unterstützen, habe der ADAC seine Veranstalterverträge verlängert – aber bewusst nur für 2013. „Sollten sich die Verhältnisse der vergangenen Jahre wiederholen“, setzt Meyer der Landesregierung die Pistole auf die Brust, „wird der ADAC sein künftiges Engagement am Nürburgring überdenken - und nötigenfalls alle Veranstaltungen aus der Eifel abziehen.“

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