OECD-Bildungsbericht Gute Jobchancen für junge Deutsche

Bildungssystem top, Finanzierung flop: Die OECD lobt die frühkindliche Bildung und die Jobchancen für junge Absolventen in Deutschland. Bei den Ausgaben für Bildung landet Deutschland dagegen auf den hinteren Plätzen.

Studenten im Hörsaal. Quelle: dpa

Experten erwarten den Bildungsbericht der OECD jedes Jahr mit Spannung. Denn oft genug gibt es Schelte für das deutsche Bildungssystem. In diesem Jahr verteilt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aber auch gute Noten: Das duale Bildungssystem in Deutschland hat sich mal wieder bewährt. In keinem anderen Industrieland kommen junge Erwachsene so gut in den Job wie hierzulande.

Der Übergang von Schule in den Beruf dauerte für 85 Prozent der Absolventen des Sekundarbereichs II, also Gymnasium, Berufs- oder Abendschule, nicht länger als ein Jahr. Im Durchschnitt der OECD-Länder gelang es nur 61 Prozent der 15- bis 34-jährigen Absolventen nach dem Schulabschluss einen Arbeitsplatz innerhalb eines Jahres zu finden.

Die guten Jobchancen für Nicht-Akademiker haben auch einen Einfluss darauf, wie viele junge Menschen ein Studium aufnehmen. Zwar beginnt in Deutschland mit 53 Prozent jeder Zweite eines Jahrgangs ein Studium - im OECD-Schnitt sind es 60 Prozent. Die Differenz erklärt der Bildungsbericht damit, dass die Jobchancen auch für diejenigen gut sind, die nicht studieren, sondern stattdessen eine Ausbildung machen.

Die beliebtesten Ausbildungsberufe der Deutschen

Auch die frühkindliche Bildung in Deutschland lobte die OECD. Durch den Ausbau von entsprechenden Bildungsangeboten in den vergangenen Jahren sei mehr Chancengleichheit geschaffen worden. Auch hier liegt Deutschland vor den anderen Industriestaaten. Gut 59 Prozent der Zweijährigen in Deutschland gehen in eine Kita oder einen Kindergarten. Im OECD-Durchschnitt sind es nur 39 Prozent. Bei den Dreijährigen nehmen in Deutschland sogar 92 Prozent der Kinder an vorschulischer Bildung teil.

Wie wichtig die frühkindliche Bildung ist, zeigt die Pisa-Studie der OECD. Demnach erbringen Kinder in der Schule, unabhängig von deren sozioökonomischen Hintergrund, eine bessere Leistung, wenn sie mindestens einen Jahr vorschulische Bildung genossen haben. Insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund sind diese Angebote hilfreich.

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Allerdings gibt Deutschland immer noch weniger Geld für Bildung aus als andere OECD-Länder: Während Deutschland gerade einmal 4,4 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Bildung ausgibt, liegt der Durchschnitt bei 5,3 Prozent. Neuseeland investiert fast sieben Prozent seines BIP in Bildung. Entsprechend mahnt die an, dass viele der top ausgebildet Arbeitnehmer in den kommenden Jahren in Rente gehen. Die daraus entstehende Lücke könne nur geschlossen werden, wenn Deutschland schon jetzt seine Ausgaben für Bildung deutlich hochfährt.

Alles in allem merkt die OECD jedoch an, dass in den vergangenen 25 Jahren viel im Bildungswesen erreicht wurde. Der Anteil der 25- bis 34-Jährigen in den OECD-Staaten mit einem hohen Bildungsabschluss ist um 41 Prozent gestiegen. Und das ist gut. Denn eines hat sich nie verändert: Je höher das Bildungsniveau, desto größer sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

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